eForum
zeitGeschichte 1/2002
"Unser
Alpenverein will und soll kein politischer Verein sein ..."1
Der
"Deutsche und Österreichische Alpenverein" und der Erste Weltkrieg
von Kurt Scharr
Vorwort und Historiographie
Der Autor der
vorliegenden Studie beschäftigt sich schon seit seinem Studium immer
wieder mit der Geschichte des Alpenvereines auf die eine oder andere Weise.
Schon zu Beginn der 90er Jahre fiel während der Ordnungs- und Erfassungsarbeiten
am umfangreichen Bildarchiv des Österreichischen Alpenvereins (Ö.A.V.)
auf, dass zahlreiche photographische Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg
darunter waren. Im Archiv des Ö.A.V. lagern wichtige Unterlagen zur
Vereinsgeschichte, die bisher keine umfassende Bearbeitung erfahren haben.
Während eines vom Institut für Geschichte (Abteilung für
Österreichische Geschichte) der Universität Innsbruck im Sommersemester
2001 durchgeführten Forschungs- und Lehrveranstaltungsschwerpunktes
zum Gebirgskrieg in Tirol, an dem der Verfasser als Studienassistent mitarbeiten
durfte, entstand die Idee, über den Alpenverein zu arbeiten und seiner
Entwicklung während des Ersten Weltkrieges nachzugehen. Besonderer
Dank gilt dem ÖAV-Innsbruck und der Leitung sowie den Mitarbeitern
des Alpenvereinsmuseums Innsbruck, die mir bei der Archivbenutzung in ihrem
Hause sehr entgegengekommen sind!
Bei einer Durchsicht der Publikationen
des Deutschen bzw. Österreichischen Alpenvereins (D.A.V. und Ö.A.V.)
stößt man erst seit Beginn der 90er Jahre vermehrt auf politisch-geschichtliche
Themen, die den Alpenverein betreffen und in denen er versucht, sich seiner
eigenen, bisher vernachlässigten oder vielfach auch verklärten
Geschichte zu nähern.2
Der Alpenverein (hier: Ö.A.V.) findet dadurch wieder ein wenig zu
einer Linie zurück, die in der Zwischenkriegszeit und schon vor dem
Ersten Weltkrieg eine gewisse Bedeutung hatte und deren Ziel es war, wissenschaftliche,
vorwiegend die Alpen betreffende Arbeiten unter seinen Mitgliedern zu verbreiten.
Dieser Versuch der wissenschaftlichen Publikationen des Alpenvereins war
oftmals durch starke politische Tendenzen überschattet worden. Mit
vereinzelten Artikeln und Berichten zu geschichtlichen Themen abseits einer
ausschließlichen Geschichte des ,unpolitischen' Alpinismus, der Präsentation
von alpinen Trendsportarten oder aktueller Fragestellungen des Vereins
als Vertreters des Umweltschutzes hat der Alpenverein, wenn auch zögernd,
begonnen, eine verstärkte Betrachtung der eigenen Geschichte wieder
aufzunehmen.
A. Mokrejs stellte sich 1988
in einem Artikel des Alpenvereinsjahrbuches der Fragestellung nach Alpinismus
und Zeitgeschehen.3
Er bleibt aber mit seiner Analyse des Alpinismus an der Oberfläche,
selbst bei Luis Trenker findet er keinen Platz zu erwähnen, dass gerade
in dieser Person scheinbar propagierte internationale Bergkameradschaft,
deutscher Nationalismus, Politik und politische Instrumentalisierung offensichtlich
ineinander fließen. Mokrejs stellt zu Recht fest, dass wir uns vor
"rigorosen
Moralstandpunkten in acht nehmen" müssten4,
vergisst dabei aber darauf, dass es hier schon lange nicht mehr um eine
Verurteilung von Geschehenem und Handelnden geht, sondern um eine möglichst
wertfreie Darstellung von Existentem, aber bisher aus verschiedenen Gründen
bewusst nicht Erwähntem oder Vernachlässigtem. Nur zu leicht
entsteht durch derartige, durchaus gut gemeinte Stellungnahmen erneut der
Eindruck, dass Vereinigungen wie der Alpenverein in ein politisches Umfeld
halt
mehr oder weniger hineingewachsen oder in einen ,Sog' der Zeit5
geraten sind und mitgemacht haben. Dass ebendiese Vereine in ihrer zwangsläufigen
Wechselwirkung
zwischen Politik und Privatem, die sich aus den Interessen und persönlichen
und z.T. beruflichen Hintergründen ihrer Mitglieder und Funktionäre
ergibt, wesentlich zum politischen Geschehen beigetragen haben, blieb bei
solchen Betrachtungen bisher unbeachtet.
Viktor Frankl, der bekannte
in Österreich geborene und später ins US-amerikanische Exil emigrierte
Psychoanalytiker (+1997), selbst Mitglied der ausgestoßenen Sektion
Donauland, begrüßte 1988 in einer Rede auf Einladung des Ö.A.V.
die Annäherung an die Vereinsvergangenheit, vermisste aber einen nachhaltigen
wissenschaftlichen Ansatz des Ö.A.V. im Besonderen, seine eigene Geschichte
in
Angriff zu nehmen.6
Verschiedene Arbeiten haben sich daran während der letzten Jahre versucht,
sind dabei aber über zeitlich zu eng gefasste Detailbetrachtungen7
oder inhaltlich zu eingeschränkten Fragestellungen8
bzw. über Aufrufe und begrüßenswerte Einsichten9
kaum hinausgekommen. Die Berücksichtigung einer ,Langen Zeit' mit
breit
gefächerten Ansätzen zu den Verflechtungen von Politik, Mentalität,
Zeitgeschehen und dem D.u.Oe.A.V.10
ist weder bei Zebhauser noch bei Amstädter feststellbar. Dennoch unterscheiden
sich beide Arbeiten - die weithin als die umfassendsten Zeugnisse neuer
Historiographie zum Alpenverein gelten - grundsätzlich. Zebhauser
bemühte sich im Auftrag des D.A.V., eine wissenschaftliche, aber allgemein
zugängliche Auseinandersetzung mit lange Zeit totgeschwiegenen oder
einfach übergangenen Aspekten der Geschichte des Alpenvereins zu beleben.
Er beschränkt sich aber dabei - wie er selber im Vorwort vermerkt
- auf den D.A.V. Amstädter wendet sich mehr der österreichischen
Seite des D.u.Oe.A.V. zu - aber ohne Auftrag des Ö.A.V. Besonders
letztere Arbeit rief heftige interne Diskussionen des Ö.A.V. hervor,
in denen sich immer wieder Stimmen der Vergangenheit bemerkbar machten,
die trotz aller berechtigter Kritik an Amstädter mehr emotional denn
sachlich waren und an den historischen Tatsachen weit vorbeischossen.11
Der Erste Weltkrieg blieb
bis dato in der Geschichtsschreibung über und vom Alpenverein ein
auf die Aspekte des Verlustes von Hütten und Besitz beschränktes
Kapitel, das sich zumeist auf wenige Zeilen reduzierte.12
Selbst der Ausstellungskatalog des neu konzipierten "Alpinen Museums München"
nähert sich dem Geschehen des Ersten Weltkrieges aus einer vor allem
kriegshistorischen und alpintechnischen Perspektive.13
Von Seiten der historischen Forschung ist allerdings bereits darauf hingewiesen
worden, dass die Popularität des Alpenkrieges nicht zuletzt auch auf
der Erschließungsarbeit und der Breitenwirkung des D.u.Oe.A.V. fußte,14
waren doch die Alpen und vor allem die Südalpen als Urlaubsgebiet
in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt, ganz im Gegensatz zu den
Schlachtfeldern der Ostfront. Der Ö.A.V. hat in den letzten Jahren
besonders
durch die rege Tätigkeit seiner Mitarbeiter im Rahmen des schmucken
Alpenvereinsmuseums in Innsbruck anregend kritische Diskussionsbeiträge
auch zum Ersten Weltkrieg und dem D.u.Oe.A.V. geliefert.15
Letztendlich bleibt zu hoffen,
dass sich der D.A.V. und besonders auch der Ö.A.V. in Zukunft mehr
um ihre Vergangenheit kümmern und verstärkt aktiv zu einer wissenschaftlichen
Betrachtung ihrer eigenen Geschichte über den Alpinismus hinaus bekennen.
Der vorliegende Aufsatz über den D.u.Oe.A.V. im Ersten Weltkrieg muss
sich berechtigterweise dem Vorwurf einer zeitlich und inhaltlich engen
Betrachtung gefallen lassen. Die Miteinbeziehung von Quellenmaterialien
des Ö.A.V. (Sitz Innsbruck) und des Südtiroler Alpenvereins (Sitz
Bozen) sowie die Bearbeitung zeitgenössischer Literatur versucht,
in angeschnittenen Fragestellungen vor allem Wege aufzuzeigen und Anregungen
zu bieten, die zu einer Weiterarbeit ermuntern sollen. Vielleicht lässt
sich auf diese Weise ein vermehrt wissenschaftlich-öffentliches Interesse
an diesem bedeutenden privaten Verein, der seit mehr als 100 Jahren von
Zehntausenden Mitgliedern getragen wird, wecken. Gerade die enorme Breitenwirkung
des Alpenvereins bietet die seltene Möglichkeit, eine so enge Wechselbeziehung
zwischen vermeintlich Privatem und der Politik, wie sie im D.A.V. und Ö.A.V.
an die Öffentlichkeit tritt, mentalitätsgeschichtlich zu verbinden,
sie gleichzeitig im breiten Forum seiner Mitglieder aus allen gesellschaftlichen
Bereichen bewusst zu machen und kritisch zu hinterfragen.
Fragestellung und Methode
Hauptsächlich
ist in dieser Arbeit danach zu fragen, ob der D.u.Oe.A.V. durch den Krieg
eine politische Radikalisierung seiner Werte und Grundhaltungen erfahren
hat und wie sich dies nach innen - durch die Beschlüsse und Äußerungen
der Verwaltungsspitzen des Vereins - und nach außen - durch seine
Publikationsorgane in Diskussion mit den Mitgliedern - zeigte. Trug folglich
der Erste Weltkrieg und insbesondere der Krieg mit Italien zu einer beschleunigten
Politisierung des Alpenvereins bei bzw. wie entwickelten sich nationale
Tendenzen innerhalb des D.u.Oe.A.V.? Dahin zielt auch ein die Studie abschließender
Fragenkomplex, der einerseits die Verlängerung einer während
des Krieges im Alpenverein begonnenen Entwicklung zu zeigen sucht und andererseits
den Ansatz eines Ausblickes auf die nach 1918/19 fortgehende Politisierung
des
Vereins bildet. Wie reagierte der Alpenverein auf den drohenden Verlust
seines Hüttenbesitzes in den südlichen Tiroler Landesteilen bzw.
die Abtretung Südtirols an das Königreich Italien?
Darüber hinaus hat der
Autor versucht, ansatzweise die Stellung der Vereinsorgane bei Kriegsausbruch
herauszuarbeiten, und ist der Frage nachgegangen, wie sich diese mit der
Kriegserklärung an Italien änderte. Ein ebenfalls überblicksartig
ausgearbeitetes Feld betrifft die unterschiedlichen Publikationsorgane
des D.u.Oe.A.V., die bis heute wesentliche Vermittler zwischen der Vereinsspitze
- der Verwaltung des Vereins - und seinen Zehntausenden Mitgliedern sind.
Hier wird untersucht, in welcher Weise sich in ihnen der Krieg äußerte.
Erfahren dabei gewisse Themen eine Bevorzugung bzw. welche politischen
Haltungen werden durch sie ausgesprochen und vermittelt? Worin sieht etwa
der Alpenverein positive Auswirkungen des Gebirgskrieges in Bezug auf seine
Tätigkeit und Aufgaben? In einem gesonderten Abschnitt, das den wirtschaftlichen
Auswirkungen des Krieges auf den D.u.Oe.A.V. nachgeht, ist danach zu fragen,
welche finanziellen Folgen der Krieg mit Italien für den Verein hat
und was mit den Vereinshütten im Kriegsgebiet zwischen 1915 und 1918
geschieht. Insgesamt ist die Studie als eine Art Torso zu sehen, der vor
allem in der Zeit vor und nach 1918 besonders hinsichtlich dieser der Arbeit
zugrunde liegenden Fragestellungen noch zu vervollständigen sein wird.
"Der Weltkrieg hat begonnen
[...]"17
- der D.u.Oe.A.V. und
das ,Augusterlebnis 1914'
Mit diesen Worten
wandte sich zu Kriegsbeginn 1914 der Verwaltungsausschuss des D.u.Oe.A.V.
in einem Rundschreiben an seine Mitglieder. Dramatisch, nicht ohne eine
leichte Romantisierung des so unvermittelt unterbrochenen Sommers, hieß
es weiter in diesem Schreiben:
"Tausende und
aber Tausende unserer Mitglieder, vor allem unsere mutige alpine Jungmannschaft,
kämpfen heute um Sein oder Nichtsein beider Kaiserreiche. Mitten heraus
aus frohen Alpenfahrten sind sie freudig zu den Waffen geeilt. Wir wissen,
dass sie wie vor den schroffsten Zinnen und Mauern des Hochgebirges auch
vor den Bollwerken der feindlichen Mächte nicht weichen werden, bis
der Sieg errungen ist. Sie sind gewohnt, dem Tod kühn ins Antlitz
zu schauen und zu siegen. [...]"18
Das Bergerlebnis, das angespannte
Prickeln, der Kampf mit der Natur beim Besteigen eines Gipfels geriet gleichsam
zur elitären Schule, deren Ausbildung selbst einem Krieg Rechnung
trüge. Der Krieg, dem Bergsport gleichgesetzt, wurde zum bezwingbaren
Gipfel, den es in kameradschaftlicher Einheit zu erreichen galt. Im August
1914, als die Ausmaße des Krieges, die er in fast fünf Jahren
erreichen sollte, noch in keiner Weise abschätzbar waren, mag diese
bildhafte und inhaltliche Gleichsetzung von Krieg und Bergsport, von Begeisterung
und (Gipfel-)Sieg für den Alpenverein noch gefühlsbetonter Ausdruck
einer regen Anteilnahme am so neuen Kriegsgeschehen gewesen sein. Weniger
als ein Jahr später stellte sich die Situation - gerade für den
D.u.Oe.A.V. - mit dem Kriegseintritt Italiens auf Seiten der Entente grundlegend
anders dar. Nun war man selber und direkt betroffen, das Bild des alpinen,
kriegerischen Kampfes um jeden Gipfel war zur ungewollten Realität
geworden.
Verwaltungsstrukturen des D.u.Oe.A.V.
Der 1873 aus dem
Zusammengehen des Ö.A.V. (gegründet 1862) und des D.A.V. (gegründet
1869) entstandene D.u.Oe.A.V. hatte es sich von Beginn an zur Aufgabe gesetzt,
als privater Verein die alpinistisch-touristische Erschließung des
Ostalpenraumes für ein vorerst noch bürgerlich dominiertes Massenpublikum,
das sich vom elitär-aristokratischen Alpenbewunderer des 19. Jahrhunderts
deutlich abhob, voranzutreiben. 1914 umfasste der Alpenverein mehr als
100.000 zahlende Mitglieder, die in 407 verschiedenen Sektionen organisiert
waren. Dazu zählten auch der "Niederländische Alpenverein", die
"Alpine Association for Great Britain" und einige kleinere Vereine. Ein
enges Netz von 319 Hütten und Unterkunftshäusern sowie von Wegen
und alpinen Routen, die der Verein in Eigenregie angelegt hatte, zog sich
durch den Ostalpenraum.19
Die große Mitgliederzahl, eine effiziente Organisation sowie der
hohe Mobilisierungsgrad der Alpenvereinsmitglieder und die weit reichenden,
gedruckten Kommunikationsmittel des Vereins, machten den D.u.Oe.A.V. zu
weit mehr als einem ausschließlich touristischen Faktor im Bereich
der Ostalpen.
Der Krieg unterbrach den Alpenverein
unvermittelt in den laufenden Vorbereitungen zur anstehenden Hauptversammlung,
die vom 4. bis 6. September - mit einem umfangreichen Exkursionsprogramm
- in Meran hätte stattfinden sollen und abgesagt werden musste.20
Während der ersten Jahre des gemeinsamen D.u.Oe.A.V. war es üblich
geworden, die Geschäftsführung des Vereins in mehrjährigen
Intervallen in verschiedene Städte zu verlegen. Bei Kriegsausbruch
befand sich der Vereinssitz bereits zum wiederholten Male in Wien (seit
1912), wo er bis Kriegsende bleiben sollte. Die 1914 anstehende Neuwahl
des Verwaltungssitzes wurde mit der Absage der Hauptversammlung auf die
Zeit nach dem Krieg verschoben.21
Der Verwaltungsausschuss unter der Leitung des 2. Vorsitzenden Dr. R. Grienberger
in Wien übernahm die geschäftliche Leitung des Gesamtvereins.
Der Wiener Vereinssitz während
der Kriegsjahre und die enge Verflechtung der Funktionärsschicht v.a.
mit der österreichischen Politik legt nahe, dass der Alpenverein eine
sich klar abzeichnende österreichische Position bezog.22
Bei Kriegsbeginn 1914 unterschied sich die politische Haltung des Vereins
nicht von der allgemein propagierten gesellschaftlichen Aufbruchsstimmung,
die der Krieg ausgelöst hatte. So bezeichnet Grienberger etwa in einem
Rundschreiben "das feste Gefüge unseres Vereins [als] ein treues
Abbild der unverbrüchlichen Bundestreue Deutschlands und Österreichs",
welches die Gewähr bieten würde",die kommenden schweren Zeiten
ohne allzugroße Schäden überstehen zu können".23
Gleich zu Kriegsbeginn stellte sich der Alpenverein eindeutig hinter die
Regierungen der Zentralmächte, sicherte sofort seine volle Unterstützung
zu und bemühte sich, deutlich zu machen, dass er "mit voller Freudigkeit
[...] Opfer für das Vaterland bringen wird und muß".24
"Feldgrauer vor dem Bamberger
Haus"
ÖAV-Archiv Innsbruck
068/9
Im Frühherbst setzte der
Alpenverein ein sichtbares Zeichen seiner Solidarität mit den Mittelmächten
und gleichzeitig ein Bekenntnis zur deutschen Nation. Der Verwaltungsausschuss
begründete auf der zweiten Seite der Mitteilungen Nr. 17/18
vom 30. September 1914, was schon auf dem Titelblatt deutlich geworden
war: "Von der heutigen Nummer der ,Mitteilungen' ab, deren Inhalt dem
unseren verbündeten Reichen freventlich aufgezwungenen Kriege gewidmet
ist, erscheinen diese in Bruchschrift", denn, so Grienberger und Donabaum
als Vertreter des Verwaltungsausschusses weiter in einem Ton deutscher
kultureller Überlegenheit: "Hat die Welt mit Staunen den unerhört
gewaltigen Aufschwung deutscher Kraft gesehen, so wollen wir ihr nun auch
unsere Gedanken und unsere Taten in jener Schrift künden, die nur
uns eigentümlich ist."25
Alle bisher erschienenen Schriften des Alpenvereins waren in lateinischen
Druckbuchstaben gesetzt, nicht zuletzt wohl auch deswegen, um sie einem
internationalen Publikum leichter zugänglich zu machen. Ab sofort
ließ man nur mehr in Fraktur drucken.
Spontan unterstützte
der Verein mit Spenden das Deutsche und Österreichische Rote Kreuz.
Hütten besitzende Sektionen des Alpenvereins wurden vom Verwaltungsausschuss
aufgefordert, dem Roten Kreuz entbehrliche Decken, Betten und Polster für
Kriegszwecke zur Verfügung zu stellen.26
Vereinzelt verlangten Funktionäre des Alpenvereins die Errichtung
von eigenen Genesungsheimen, die speziell verwundeten Mitgliedern des Vereins
eine Erholung in den Alpen ermöglichen sollten.27
Mit der weiteren Entwicklung des Krieges sah der Alpenverein von letzterem
Plan ab, und 150.000 Mark wurden in den Kauf der II. Kriegsanleihe veranlagt.28
Zu den hier nur angeschnittenen
Reaktionen des Alpenvereins auf oberster Ebene wären natürlich
auch noch jene der verschiedenen Sektionen hinzuzufügen. Ihre Motivation
und Hintergründe - vor allem der gesonderte und oftmals zerstreute
Quellenbestand - würden aber eine eigene Untersuchung erfordern, die
weit über den Rahmen dieser Arbeit hinausginge. Exemplarisch sei hier
die Sektion Bozen erwähnt:29
In geradezu überschwänglicher, pathetischer Manier schildert
die Sektion in ihrem Jahresbericht von 1914 den Kriegsausbruch:
"In die feierliche
Stille des Hochsommers tönte der Kriegsruf. Und mit einemmal war alles
Bergwanderleben erloschen, waren begraben alle die frohen Hoffnungen auf
herrliche Bergfahrten. Die neue, grosse Zeit erheischte gebieterisch ihr
Recht.
[...] Im Hochgebirge ward es stiller denn je [...] und ein undurchdringlicher
Schleier verwehrt uns einen freien gipfelweiten Ausblick in die Zukunft." 30
H. Mumelter als Vorstand der
Sektion schließt seinen Bericht mit einer unmissverständlichen
Siegeszuversicht und der Hoffnung auf ein "neues Blühen, Wachsen
und Gedeihen des D.u.Oe.A.V. [durch] einen siegreichen Enderfolg und segensreichen
Frieden".31
Die anfängliche Kriegsbegeisterung der Bozner Alpenverein-Kreise erhielt
sehr bald durch die wirtschaftlich prekäre Situation der Sektion,
auf die im zweiten Kapitel näher eingegangen wird, einen nachhaltigen
Dämpfer.
Funktionäre und Politik
Der Alpenverein
stand in seiner Anfangsphase für ein überwiegend bürgerliches
Publikum, das sich in der Herkunft seiner Funktionäre deutlich widerspiegelte.
So bekleideten alle drei Vorsitzenden 1914 leitende Positionen in der Staatsverwaltung
des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns. Der erste Vorsitzende
(Leiter des Hauptausschusses) Dr. Reinhold v. Sydow war als Staatsminister
in Berlin tätig, Dr. R. Grienberger, als zweiter Vorsitzender gleichzeitig
Leiter des Verwaltungsausschusses, arbeitete hauptberuflich als k. k. Sektionschef
in Wien und der dritte Vorsitzende A. Schiemayer bekleidete die Stellung
eines Geheimen Kommerzienrates in Stuttgart. Dr. J. Donabaum - Referent
des Wege- und Hüttenwesens im Alpenverein - trug den Titel eines k.u.k.
Regierungsrates in Wien und schließlich der Vereinssatzungsprüfer
(neben Grienberger) Dr. H. Reissig war k. k. Ministerialrat im Ministerium
des Inneren in Wien. Selbst die Referenten des Hauptausschusses - jeweils
für ein bestimmtes geographisches Arbeitsfeld des Alpenvereins zuständig
- setzten sich großteils aus Akademikern, Beamten in gehobenen Stellungen
und Großbürgern zusammen. Namhafte Naturwissenschafter wie Heinz
v. Ficker (Meteorologe in Graz, Sohn des Historikers Julius v. Ficker),
Albrecht Penck (Geograph in Berlin), Robert Sieger (Geograph in Graz) u.a.
seien hier exemplarisch erwähnt.32
Letztere nutzten die Möglichkeiten, in den Schriften des Alpenvereins
zu publizieren. Ihre besonders während und nach dem Krieg stark politisch
gefärbten Arbeiten übten einen nicht zu unterschätzenden
Einfluss auf die Mitglieder aus.
Der Verein - der Krieg - seine
Interessen
1914 suchte der
Alpenverein seine moralische Unterstützung für den Krieg noch
in allgemein politischen Stellungnahmen, ohne dabei aber auf das besondere
Rüstzeug des Alpinisten für den Krieg zu vergessen - Abhärtung,
Gewandtheit, Ausdauer etc. Wenngleich der Alpenverein selber nicht unmittelbar
vom Kriegsgeschehen betroffen war, so war die Aufgabe des Alpinisten, der
mittlerweile den "Pickel mit dem Schwert vertauscht" hatte",hier
wie dort eine Kulturarbeit", denn "unsere Krieger kämpfen nicht
nur für Volk und Vaterland, sondern für ganz Europa, auch für
diejenigen Völker, die uns verleumden, anfeinden und mit Waffen bedrohen,
gegen die Barbarei." Offensichtlich zielte man damit auf den "gefährlichen
Feind im Osten" - Russland. Neben der beschworenen "Nibelungentreue"
zwischen Deutschland und Österreich, die der D.u.Oe.A.V. durch seine
gewissermaßen vorweggenommene Vereinigung von D.A.V. und Oe.A.V.
schon "Jahrzehnte sorgsam pflegte", zeichneten sich auch erste chauvinistische
Tendenzen ab, die bei Kriegsende im Verein vollends zum Ausbruch kommen
sollten. "Dieser heilige Krieg" hätte das Ideal einer wahren
Natur - wie sie dem Alpinisten wohlbekannt war - näher gebracht und
im Gegenzug "Formelkram und Konvention" eingeschränkt, denn
letztendlich besäße nur das deutsche "Volk noch alle Anzeichen
einer physischen, psychischen und moralischen Gesundheit (...)". Aus
Letzterem leitet der Autor des zitierten Artikels die unwidersprochene
Gerechtigkeit und Notwendigkeit dieses Krieges ab.33
Die Identifizierung des D.u.Oe.A.V. mit der kulturellen und rassischen
Überlegenheit bzw. die Verbreitung dieser Haltungen durch den D.u.Oe.A.V.
begann sich deutlich abzuzeichnen. Der Kriegseintritt Italiens auf Seiten
der Entente-Mächte im Juni 1915 rückte das ,Weltgeschehen' dem
Alpenverein nicht nur räumlich näher, sondern traf ihn in seinem
ureigenen Arbeitsgebiet - den Ostalpen.
Die Südtirolfrage im Frühjahr
1915
Noch vor der Kriegserklärung
an Italien, im Frühjahr 1915, sorgten Gerüchte um eventuelle
territoriale Zugeständnisse der Wiener Regierung gegenüber Rom
im D.u.Oe.A.V. für einige Aufregung. Der Hauptausschuss wandte sich
in einem Schreiben vom April direkt an das Wiener Außenministerium.
Die vom Verein als Entscheidungshilfe verfasste und österreichischen
Regierungsstellen vorgelegte Denkschrift unterstrich die Aufbauleistungen
des Vereins im Südtiroler Grenzgebiet zu Italien und wies darauf hin,
dass viele dieser Einrichtungen im italienisch- bzw. ladinischsprachigen
Raum lagen. Dabei wurde nachdrücklich vermerkt, dass "diese Hütten
durchwegs in Gebieten errichtet worden waren, wo dem deutschen Turisten
[sic!] eine freundliche Bevölkerung begegnet", denn "ausgesprochen
national-italienische und daher deutschfeindliche Gebiete sind von uns
stets gemieden worden". Besonders die Einwohner der ladinischen Gebiete
des Fassatales und von Ampezzo würden "nach Deutschtirol gravitieren".
Und
letztendlich sei nur durch einen "deutschen Einfluß" die weitere
Funktion dieser Einrichtungen sichergestellt.34
Der umfangreichen Denkschrift, der auch eine nach Sprachgebieten gegliederte
Liste mit den Hütten des Alpenvereins sowie eine Karte beigelegt waren,
gingen zwei mit Nachdruck fordernde Briefe der Sektion Innsbruck an den
Hauptausschuss voran, die sich naturgemäß unzweideutig gegen
kolportierte Abtretungsgerüchte aussprachen. Der Vorstand der Sektion
Innsbruck Forcher-Mayr (nach dem Krieg Alpenvereinsfunktionär in Bozen)
brachte dabei gleich andere - seiner Meinung nach - politische ,Missstände'
zur Sprache und meinte:
"Wenn Österreich
durch die Preisgabe von Welschtirol etwa bloß den von den Serben
bedrohten ungarischen Globus, die polnischen Juden, die verräterischen
Ruthänen, die nicht ganz zuverlässigen Rumänen und Polen
für sich retten könnte, fände man in Tirol diesen Tausch
sehr unbillig und unklug."35
In einem weiteren Schreiben an
den Hauptausschuss rechnete der Tiroler Sektionsvorstand schon mit einer
Reihe für ihn feststehender Schuldiger ab und ortete eine besonders
stark zu erwartende Gegenwehr, sollten die Gebiete Ampezzo, Buchenstein,
Fassa-Cavalese - die durch die Dolomitenstraße Toblach-Bozen verbunden
sind - betroffen sein. Forcher-Mayr griff dabei den italienfreundlichen
Trienter Bischof Endrizi genauso an wie den "alten kränklichen
Herrn an der Spitze des Landes" Tirol (Landeshauptmann Theodor v. Kathrein)
oder die ,widerstandslosen' deutschtirolischen Abgeordneten, die es nicht
auf eine ,Kraftprobe' mit Wien ankommen lassen wollten.36
Wenige Wochen später
herrschte in dieser Frage unzweifelhafte Gewissheit. Der Hauptausschuss
bezog zur Kriegserklärung Italiens in der Juniausgabe der Mitteilungen
unmittelbar Stellung. Das Königreich Italien sprach man - sich selbst
ins lobende Licht rückend - als "verräterischen Bundesgenossen"
an, der in quasi unverständlich undankbarer Weise "durch Verrat
die Liebe, die wir den Deutschen seit Jahrhunderten dem Lande Italien geschenkt
haben vergilt". In klar nationalen Tönen ist darin von der "welschen
Habgier nach unserer uralt deutschen Erde vom Brenner bis zur Bernerklause,
nach den Bergen, die wir deutschen Alpinisten in treuer Arbeit uns gewonnen"
haben, die Rede. Letztlich wird noch der Geist von 1809 angerufen und aufgefordert,
dass",wer die Berge liebt, sie dem welschen Feinde wehren wird".37
Der Krieg und die Radikalisierung
der politischen Werte im Alpenverein
Die politischen
Interessen und Vorstellungen des Alpenvereins, die schon seit seiner Gründungszeit
immer präsent waren, traten mit der durch den Krieg herbeigeführten
unmittelbaren Betroffenheit nicht nur offen zu Tage, sondern erfuhren gleichzeitig
eine unleugbar deutliche Radikalisierung auf einer stark emotionalen Ebene.
Das lautstarke Bekenntnis zur ,deutschen Kulturnation' die es gegenüber
feindlicher Gier zu verteidigen hieß, wurde zum unentbehrlichen Gegenstand
der Selbstdefinition. Seinen Ausdruck fand diese Entwicklung in zweierlei
Hinsicht. Da hatte sich die Führung des D.u.Oe.A.V. mit dem Krieg
zu befassen und nach Maßnahmen zu suchen, diesen Kampf auf Seiten
der Mittelmächte zu unterstützen. Gleichzeitig galt es, diese
Entschlüsse und sensibilisierten Haltungen an die Basis weiterzugeben
bzw. umgekehrt deren Forderungen zu berücksichtigen. Eine für
die föderale Struktur des Vereins entscheidende Wechselwirkung, wie
das wiederholt erwähnte Beispiel der Innsbrucker Sektion beweist.
Die Auswirkungen des Krieges
innerhalb der Alpenvereins-Gremien
Schon bei Kriegsbeginn
1914 wurden verschiedentlich in den Sektionen Stimmen laut, die einen Ausschluss
von aus nunmehr feindlichen Staaten stammenden Mitgliedern des D.u.Oe.A.V.
verlangten. Der Verwaltungsausschuss beschloss mehrheitlich folgendes Vorgehen,
das er gleichzeitig dem Hauptausschuss mit der Bitte um Zustimmung unterbreitete:
Angehörige feindlicher Staaten, egal ob sie im In- oder Ausland lebten,
seien generell auszuschließen bzw. ihnen sei die Mitgliedschaft zu
entziehen, jedoch "(...) im Feindesland lebende gute Deutsche und Oesterreicher
oder Angehörige anderer Staaten (Nordamerikaner!) (...)" seien
davon auszunehmen.38
Den Anlass für diese Diskussion bot eine Mitteilung der Sektion Frankfurt
a. M., die zuvor den Ausschluss deutscher und österreichischer Mitglieder
aus französischen Vereinen gemeldet hatte. Dieser nationale ,Spagat'
war bezeichnend für die Haltung des Alpenvereins in den ersten Kriegsmonaten.
Einerseits wollte man (wohlgemerkt ,gute') im Ausland lebende Patrioten
nicht ungerecht behandeln und dabei gleichzeitig den mittlerweile als feindlich-national
eingestuften Mitgliedern zeigen, wo der D.u.Oe.A.V. steht. Andererseits
schielte man gewiss mit einem Auge auf neue, Gewinn bringende Mitglieder,
die sich in den letzten Jahren vor dem Krieg zunehmend bemerkbar machten,
indem gerade die Nordamerikaner davon ausgenommen wurden.
Verschiedentlich bemühten
sich Teile des Vereins auch in sprachlicher Hinsicht von feindlich Fremdem
zu ,reinigen' und bewusst dadurch das Deutsche in den Vordergrund zu stellen.
In der Satzungsänderung des D.u.Oe.A.V. von 1909 war schon eine ,Reinigung
von Fremdwörtern' vorgenommen worden. Im Jänner 1915 rief die
Sektion Innsbruck in einem Rundschreiben an alle ,Alpenvereinszweige' dazu
auf, die Benennung ,Sektion' fallen zu lassen und in ,Zweig' umzuwandeln.
Was Karl Kraus in seinen "Letzten Tagen der Menschheit" mit höhnendem
Zynismus als unüberlegten ,Hurra-Patriotismus' karikierte39,
war der Sektion Innsbruck ein ernstes Anliegen; das allerdings vom Hauptausschuss
mit dem Verweis auf die gültige Satzung - wenngleich mit Verständnis
"für
die Betonung des deutschen Wesens des Vereins" - strikt abgelehnt wurde.40
Die Sektion Innsbruck ließ sich davon dennoch nicht abbringen und
fügte der Benennung ,Sektion' im Briefkopf ein in Klammer gesetztes
,Zweig' hinzu.
Sektionszeichen des SAT;
ÖAV-Archiv Innsbruck
Bei der Hauptversammlung des
Alpenvereins 1920 gewann diese Benennungsdiskussion eine weitere Facette,
obwohl man sich nach wie vor dagegen aussprach",Politik in den Verein
tragen zu wollen".41
Die Sektion Innsbruck - sie selber verwendete konsequent die Bezeichnung
,Zweig' -, vertreten durch J. Schönbichler, beantragte nach wie vor
diese Umbenennung und darüber hinaus die Streichung von ,österreichisch'
im Vereinswortlaut D.u.Oe.A.V., da im Sinne des zu erwartenden Anschlusses
an das Deutsche Reich "das Wörtchen österreichisch heute nicht
mehr notwendig ist".42
Trotz des durch die Sektion Innsbruck geäußerten Anschlusswillens,
der mit der Namensänderung auch nach außen hin dokumentiert
werden sollte, sah Schönbichler nach wie vor eine Notwendigkeit darin,
dass Reichsdeutsche auch weiterhin auf der sektionseigenen Franz-Senn-Hütte
höher besteuert würden als österreichische Mitglieder; Letzteres
natürlich zum Ärger deutscher Sektionen. Der Vorsitzende sprach
sich jedoch gegen diese Anträge aus und verlangte gleichzeitig eine
Gleichstellung aller Mitglieder. Die Anträge erfuhren gegen die Stimmen
der Sektion Innsbruck eine Ablehnung.43
Die Benennung ,Zweig Innsbruck' hat sich allerdings bis heute, inmitten
der anderen Sektionen des Ö.A.V. halten können.44
Eine weitere Verschärfung
der zunehmend offen ausgesprochenen fremdenfeindlichen Haltung des Alpenvereins
brachte der Verlauf des Jahres 1915 mit sich. Österreichweit war die
ablehnende Haltung gegenüber dem ,Irredentismus' schon seit Jahren
politisches Thema. Lediglich der Abschluss des Dreibundes (1882) mit Italien
vermochte dieses Thema ein wenig von der Oberfläche zu verdrängen.
Nicht jedoch im Kronland Tirol-Vorarlberg, wo der Irredentismus nach wie
vor Bestandteil des tagespolitischen Geschehens war. Die Forderungen italienisch-nationaler
Kreise nach Anschluss italienischsprachiger Gebiete der Monarchie führten
schon vor Kriegsausbruch zu Konflikten zwischen dem italienischen Alpenverein
und jenen deutschsprachigen Sektionen, die in diesem Raum Hütten besaßen.
Die am 2. September 1872 ins Leben gerufene "Societá degli Alpinisti
Tridentini" (in der Folge als ,SAT' abgekürzt), mit ihrem Hauptsitz
in Rovereto, war die einzige italienischsprachige Sektion des D.u.Oe.A.V.
Sie zählte von der Ortler- über die Presanello- und die Adamellogruppe,
das Mendelgebirge, die Brentagruppe bis zum Etschbruchgebirge und in den
Dolomiten mehr als 20 Hütten zu ihrem Besitz.45
Vor allem seitens der Innsbrucker,
aber auch anderer deutscher Sektionen ortete man in der SAT sehr bald ein
Sammelbecken der ,Irredentisten'. Ausschlaggebend dafür war der so
genannte ,Bremerhausskandal' gewesen. Das von der Sektion Bremen in den
Jahren 1912/14 an der Bocca di Brenta errichtete Schutzhaus ging 1914 an
die SAT über. Der Rechtsstreit um die Eigentumsrechte an Grund und
Boden, auf dem diese Hütte erbaut worden war, lieferte eine ausgezeichnete
Grundlage für beide Seiten, sich jeweils des Irredentismus oder des
Ausverkaufs bzw. Aufkaufs national-italienischsprachiger Gebiete zu beschuldigen.46
Forcher-Mayr als Vorstand der Innsbrucker Sektion bezieht sich in einem
Schreiben an den Hauptausschuss vom März 1915, in dem er gegen die
politisch diskutierten Abtretungsabsichten des Trentino vehement Stellung
bezog, auf diesen Skandal, den er auf eine zu italienfreundliche Politik
zurückführte. Unmissverständlich verlangte der Innsbrucker
Funktionär, dass, wenn Welschtirol bei Österreich bleiben sollte",dann
muß es auch österreichisch gemacht werden, was durch die Beseitigung
einiger Hauptschreier leicht ausgeführt werden könnte".47
Ein Scherflein an Aggressivität nachlegend, kommentierte L. Neuner
in einem Zeitschriftenkommentar diese Frage. Durch die italienische Kriegserklärung
geradezu hassgeladen, berichtete er über die SAT als den "Hort
der alpinen Irredenta", ihren Obmann Guido Larcher und ihre Mitglieder
stempelte Neuner dabei zu einem "Ausbund der Deutschfeindlichkeit"
und zu "flüchtigen irredentistischen Hochverrätern".48
Die SAT wurde als italienischer Verein nach Kriegsbeginn mit Italien aufgelöst,
wobei sich der Alpenverein sofort um die Rechtsnachfolge seines Eigentums
(vor allem der Hütten) bemühte. Noch in der Hauptausschusssitzung
vom September 1918 ging der D.u.Oe.A.V. davon aus, dass die Hütten
der SAT übernommen werden könnten.49
Dieser bewusst deutsch-nationale
Ton fand keineswegs ausschließlich für interne Angelegenheiten
Verwendung, auch in den Organen des Alpenvereins, wie etwa den Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., verbreitete sich diese Geisteshaltung, die innerhalb
der Mitgliederschaft durchaus auf eine breite Basis bauen konnte, außerordentlich
schnell. Gleichzeitig gewann das Thema ,Krieg im Gebirge' in den Alpenvereinspublikationen
zunehmend an Raum. Otto Mayr, Mitglied des Hauptausschusses, beginnt 1916
eine Artikelserie in den Mitteilungen mit dem Titel "Neue Reiseziele
- Ein Zukunftsaufgabe des D.u.Oe.A.V.". Enttäuschung und sich
in Hass steigernde Abneigung gegenüber dem "treubrüchlerischen"
Italien manifestierte sich in einem in diesen Artikeln geäußerten
Boykottaufruf, denn "kein guter Deutscher soll in den nächsten
Jahren nach dem Kriege in die Länder unserer Feinde reisen". Der
gegenwärtige Krieg sei, so Mayr, kein gewöhnlicher, sondern er
sei",wie sich täglich deutlicher herausstellt, ein wohlüberlegter
Vernichtungskrieg gegen das deutsche Volk".50
Damit erweiterte Mayr die Auffassung des Alpenvereins vom Krieg um Gebiets-
und Vormachtsansprüche durch ein wesentliches Element: den Krieg als
Rassenkampf und ein Kampf der Kulturen - ein Aspekt, der schon beim oben
zitierten Forcher-Mayr durchschimmerte. Gewiss, damit schwamm er lediglich
auf der Suppe des Zeitgeistes deutsch-nationaler Strömungen, trug
aber gleichzeitig zu einer langfristig angelegten Neupositionierung des
Alpenvereins bei.
Nach außen - der Gebirgskrieg
als Thema in Aufsätzen u.a.
Die zentralen
Organe des D.u.Oe.A.V. (im Wesentlichen die Zeitschrift, aus der
das Jahrbuch hervorging, und die Mitteilungen), deren Hauptaufgabe
in der Kommunikation und im Service für die Zehntausenden Mitglieder
bestand, übten einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die
öffentliche Meinung aus, wenn man bedenkt, dass sie vor allem von
bürgerlichen Kreisen bezogen wurden. Trotz des kriegsbedingten Rückganges
hatten diese Publikationen immer noch eine beachtliche Auflagenstärke.
Die jährlich erscheinende Zeitschrift erreichte bei einem Umfang
von über 200 Seiten 1914 eine Auflage von 97.000 Stück, die bis
1918 auf 73.000 zurückging. Die monatlichen Mitteilungen lagen
1914 mit einer Auflage von 101.000 und durchschnittlichen 20 Seiten Stärke
(1917 80.000) an ihrer absoluten Spitze und übertrafen dabei noch
1913 (100.000).51
Mit der Kriegserklärung
Italiens vollzogen diese Organe einen inhaltlichen Schwenk, der vor allem
den Krieg im Gebirge zu einem Hauptthema aufrücken ließ. Dabei
können folgende drei Themengruppen gebildet werden: Kriegsberichte,
Aufsätze und Erzählungen sowie Kurzmitteilungen (Verlustlisten
von Mitgliedern, neue Reiseziele, Ausstellungen, etc.), die eine nähere
Betrachtung verdienen.
Sehr breiten Raum stellte
der Alpenverein den Kriegsberichten in seinen Mitteilungen zur Verfügung.
In durchschnittlich drei eng gesetzten Seiten lieferte Heinrich Heß,
der Leiter und Hauptredakteur, als Bearbeiter regelmäßig eine
Zusammenschau der Kriegsereignisse im Gebirge aus den Heeresberichten der
Mittelmächte und denen des italienischen Oberkommandos. Trotz einer
oberflächlich relativ sachlichen Darstellung ließ sich eine
eindeutige Wertung nicht verheimlichen. Zu den Hauptthemen, der nach Gebirgsgruppen
(Adamello, Brenta etc.) gegliederten Aufstellungen zählten immer wieder
die Heldenhaftigkeit des Kampfes und die besonders zu bewundernden, schwierigen
Umstände für die Mannschaft im Winter. Heß stand mit der
laufenden Betonung der ,prahlerischen' italienischen Berichterstattung
zu ihren tatsächlichen kriegerischen Erfolgen ganz im Konsens mit
anderen Zeitungen und der gängigen Vorstellung der Öffentlichkeit.52
Die Zahl dieser Berichte ging allerdings mit dem Rückzug der italienischen
Truppen aus den Dolomiten im Jahr 1917 zurück, nachdem das Jahr 1916
einen Höhepunkt dargestellt hatte.
Die Kriegsberichterstattung
im Allgemeinen wäre sicherlich eine eigene Untersuchung wert - vor
allem im Hinblick auf die oftmals auftretenden Diskrepanzen zwischen offiziellen,
zensurierten und gerüchteweise kolportierten Meldungen sowie Berichten
der Feinde. In dieser Hinsicht stellen jene des Vereins in seinen Mitteilungen
keine besonders hervorzuhebende Ausnahme dar. Jedoch deutlich hervortretend
war die Interessenslage und die Betroffenheit des Alpenvereins durch den
Kriegseintritt des Königreiches Italien. Bis Juni 1915 war der Krieg
mit Ausnahme von Einschaltungen der Kriegsfürsorge, diversen Spendenaufrufen
und Listen von gefallenen Mitgliedern kaum existent. Lediglich der Kriegsbeginn
im Sommer 1914 rief einige Kommentare in den Mitteilungen hervor.53
Gegen Ende des ersten Halbjahres 1915 änderte sich dieser Zustand
grundlegend. Neben Aufsätzen über den Gebirgskrieg und Bemerkungen
über die eingeschränkten Reiseverhältnisse in den Alpen
belegten die Kriegsberichte in den Mitteilungen nunmehr regelmäßig
etwa drei Seiten bei ca. 20 Seiten Gesamtumfang jeder Ausgabe. Zusammen
mit den anderen, schon erwähnten kriegsrelevanten Texten erreichte
das Thema ,Krieg' einen Seitenumfang, der nahezu die Hälfte jeder
Ausgabe zwingend belegte. 1917 ließ das Interesse des Alpenvereins
am Krieg merklich nach - nicht jedoch an seinen Folgen. Mit dem Kriegsende
trat die Hütten- und Besitzfrage in den besetzten Gebieten entschieden
in den Vordergrund, worauf in einem gesonderten Kapitel dieser Arbeit noch
Bezug genommen wird.
Die zahlreichen Aufsätze
und Berichte (siehe dazu die Literaturliste) über den Gebirgskrieg
verteilen sich auf die Mitteilungen und auf die Zeitschrift,
die nur von einigen wenigen Kernthemen dominiert werden. Allen gemeinsam
ist die mehr oder weniger ausgeprägte, z.T. hassgeladene Abneigung
gegenüber Italien und seinem ,Verrat'.54
Fallweise wird dabei in Analogie auf die ,glorreiche Zeit' der tirolischen
Selbstverteidigung und seine ewigen Helden wie Hofer und Haspinger verwiesen.55
Nur vereinzelt zollt man auch den italienischen Soldaten Achtung für
ihre bergsteigerischen Leistungen während des Krieges.56
In den Schilderungen aus den alpinen Kriegsgebieten überwiegt häufig
die Darstellung des Kampfes gegen die Naturgefahren und die Härte
des Winters, die in ihrer Gefährlichkeit schwieriger einzuschätzen
waren als der menschliche Feind. Nicht selten tritt dadurch das kriegerische
Ereignis völlig in den Hintergrund. Die romantische Schilderung der
friedlichen und unberührten Bergnatur, die durch den Krieg nachhaltig
ge- und zerstört wird, ist vielfach tonangebend. Die Zeichnung des
alpinen Kampfes gerät fast ausschließlich zu einer oberflächlichen,
sich in Superlativen der Helden- und Tugendhaftigkeit erschöpfenden
Beschreibung. Seine Sinnlosigkeit oder gar seine unmenschlichen Leiden
auf beiden Seiten sowie der tausendfache Tod werden mit Schweigen überdeckt.
Der daheim gebliebene Leser im Hinterland hat damit nicht informiert und
nicht in seiner siegeszuversichtlichen Ruhe gestört zu werden. Der
Tod tritt allenfalls - wenn überhaupt - nur romantisch verklärt
oder in der Schilderung von ,poetisch' und ,stimmungsvoll' angelegten Friedhöfen
- umgeben von wundervoller Bergnatur - auf.57
Neben Gefallenenlisten, ausschließlich
von Mitgliedern des Alpenvereins, und der Thematisierung von alternativen
Reisezielen tauchen wiederholt wissenschaftliche Artikel in den Publikationen
des Vereins auf, die eine unumstritten deutsche Zugehörigkeit der
südlichen Tiroler Landesteile gewissermaßen scheinbar auf ,objektiv-wissenschaftlicher'
Basis - aber sicherlich aus innerer Überzeugung der Autoren - dokumentieren
sollten. Die Autoren stammen zumeist aus Tiroler Kreisen (Universität
Innsbruck). Diese Tendenz verstärkte sich mit dem Wegfall Südtirols
in der Zwischenkriegszeit.58
Die verschiedenen Autoren
unterließen es auch nicht, immer wieder von neuem auf die Leistungen
des D.u.Oe.A.V., der mit seiner Tätigkeit das Interesse breiter Volksschichten
am Alpinismus geweckt hatte, hinzuweisen. Die solchermaßen erworbenen
Fähigkeiten konnten jetzt im Krieg ,nutzbringend' eingesetzt werden.59
Viele Überlegungen werden in diesen Aufsätzen (neben zahlreichen
Farbdrucken von Berggipfeln und Photographien, die den Krieg dokumentieren
helfen sollen) auch darüber angestellt, welchen Nutzen der Verein
aus dem Kriege ziehen könnte bzw. welche Veränderungen sich nach
dessen zweifelsohne siegreicher Beendigung wohl ergeben würden. Einerseits
stellte man fest, dass der Alpinismus durch die Breitenwirkung des Krieges
im Gebirge seine Stellung in der Gesellschaft noch mehr als vorher festigen
können würde.60
Ein umfangreiches Wegenetz, neue Seil- und Eisenbahnen wie überhaupt
die technischen Errungenschaften des Gebirgskrieges kämen mit Sicherheit
dem Alpenverein und dem Alpinismus positiv zugute. Dazu sollte sich noch
nach dem Kriege das gestiegene Interesse am Kriegsschauplatz ,Alpen' in
den Dolomiten, die als "Sehenswürdigkeiten ersten Ranges" zu
gelten hätten, gesellen.61
Im "Alpinen Museum" in München hatte man bereits während des
Krieges eine eigene Ausstellung eingerichtet, die den Gebirgskrieg (und
hierunter verstand man vor allem die technischen Errungenschaften sowie
die bergsteigerischen Leistungen) in den Dolomiten mit zahlreichen Exponaten
dokumentierte und zugleich mythologisierte.62
Neben der zu pflegenden Erinnerungskultur "dieser großen und heiligen
Not" des Krieges sah das Museum auch einen Anknüpfungspunkt zwischen
Kriegsausrüstung und dem Verein. Alpine Leistungen und Vorarbeiten
des D.u.Oe.A.V. waren zu würdigen, das Gedenken an gefallene "besonders
tapfere Mitglieder und Bergführer" und die "opferwillige Kriegsfürsorgetätigkeit"
der Sektionen war hochzuhalten.63
Die Museumsleitung stelle etwa noch im Juni 1918 eine Vortragsreise zu
den Armeeabschnitten an der Front zusammen, die unter dem Titel "Wunder
der Südfront" Lichtbilder als Beitrag zum "vaterländischen
Unterricht" zeigte.64
Renker, selber Alpinreferent während des Krieges, drückt diesen
Entwicklungsschub durch den Krieg folgendermaßen aus: "(...) Der
Krieg hat für die Erschließung unserer Berge mehr getan, als
es jahrzehntelange Friedensarbeit hätte leisten können."65
Zusammenfassend kann in Bezug
auf den Krieg und die Publikationsorgane des Alpenvereins festgehalten
werden, dass die Ereignisse des Frühsommers 1915 den D.u.Oe.A.V. in
seinen unmittelbaren Vereinsinteressen betroffen machten. Der zentrale
Tätigkeitsbereich des Vereins (Hüttenwesen, Wegebau, touristische
Erschließung der Ostalpen) war plötzlich gefährdet. Daraus
ergab sich für den Alpenverein die logische Konsequenz, seinen Anteil
an der Verteidigung - mehr als bisher - zu leisten. Wenn auch 1917 die
Kriegsmeldungen und Kommentare zum Gebirgskrieg abnahmen, so trat nach
Kriegsende die Angst um einen Verlust des beträchtlichen Vermögens
in den abgetretenen Gebieten an deren Stelle. Sie entwickelten sich zum
entscheidenden Thema des Alpenvereins in den ersten Nachkriegsjahren, das
in den Publikationsorganen eine ausführliche Diskussion und Wertung
erfuhr. Die Radikalisierung der Sprache und der in den Organen des D.u.Oe.A.V.
eindeutig transportierten politischen Haltungen gegen den ,inneren' wie
,äußeren' Feind (hier besonders Italien) erlangte durch den
Krieg bzw. seine Folgen eine Aufwertung und war im Begriff, sich zur bestimmenden
Größe der Zwischenkriegszeit im D.u.Oe.A.V. zu entwickeln.
Wirtschaftliche Auswirkungen
des Krieges auf den Alpenverein
Für den Verein
stellte der Kriegsbeginn 1914 zunächst keine wirtschaftliche Bedrohung
dar, auch wenn die Sommer- und Herbstsaison dieses Jahres mit dem Krieg
ein jähes Ende fand. Lediglich vereinzelte Sektionen (in ihren Bereich
fiel die gesamte Wegeerhaltung und der Hüttenbau), die in den letzten
Vorkriegsjahren in Anbetracht der steigenden Beliebtheit des Bergtourismus
und der anwachsenden Mitgliederzahlen größere Investitionen
in den Ausbau getätigt hatten, sahen sich nun finanziellen Engpässen
ausgesetzt.66
Die vereinzelt gravierenden kriegsbedingten Probleme der Sektionen können
in diesem Zusammenhang nur angedeutet werden, da dafür nicht die nötigen
Unterlagen zur Verfügung standen. Zu diesen Problemen kam noch, dass
die Kommunikation zwischen der Vereinsleitung und den Sektionen erheblich
nachgelassen hatte.67
Viele Mitglieder standen im Felde, Sektionen, die im Kriegsgebiet lagen
(vor allem die Südtiroler Sektionen) waren entweder überhaupt
abgeschnitten (z.B. Ampezzo) oder konnten nur mehr sehr eingeschränkt
arbeiten (z.B. Hochpustertal). Für die Vereinsspitze machte sich der
Krieg recht bald in der erschwerten Herausgabe der Zeitschrift und
der Mitteilungen bemerkbar.68
Der enorme Preisanstieg von Papier und Herstellungskosten machte Einschränkungen
in der Aufmachung unumgänglich. Selbst wenn es gelang, Papier für
den Druck aufzutreiben (und das war vor allem dem politischen Einfluss
einiger Mitglieder des Alpenvereins zu verdanken), mussten die Druckschriften
noch die Hürde der Zensur nehmen. Davon hing letztendlich die Erlaubnis
der Veröffentlichung von Bildern, Photographien und Karten ab, die
ein unerlässliches Stilmerkmal der Alpenvereinsschriften waren. 1919
kletterten die Ausgaben für die Schriften bereits auf 60 Prozent der
Gesamteinnahmen des Vereins.69
Faktum bleibt aber, dass es dem D.u.Oe.A.V. gelang, den ganzen Krieg über
die Herausgabe sowohl der Mitteilungen als auch der Zeitschrift
- wenngleich mit zeitlichen Verzögerungen - aufrechtzuerhalten, was
angesichts der angesprochenen Papierknappheit und der eng bemessenen Zuteilungsbewirtschaftung
gegenüber anderen Zeitungen und Zeitschriften, die z.T. ihr Erscheinen
einstellen mussten, bemerkenswert ist. Die Kommunikation zu den Mitgliedern
und deren Bindung an den Verein konnten letztendlich nur dadurch auf Dauer
gewährleistet werden. Der Krieg stellte somit in fast allen Bereichen
der Vereinsverwaltung eine Zäsur dar.70
Trotzdem gelang es, während dieser Zeit das Vereinsvermögen durch
Ansparungen (der Ausfall von kostenintensiven Wegarbeiten, die Entlastung
der Bergführerkasse etc. machten sich bemerkbar) wesentlich zu steigern.71
Daraus konnten wiederum Rücklagen für den Aufbau zerstörter
Einrichtungen nach dem Krieg gespeist werden.72
Nicht nur, dass schon 1914
viele Mitglieder an den Fronten gefallen waren und der Neuzugang stagnierte,
sondern dass ein wesentlicher Teil des Vereinsbesitzes vor allem im Bereich
der Kronländer Tirol-Vorarlberg und Kärnten, die durch die Militärverwaltung
zum (engeren wie weiteren) Kriegsgebiet erklärt wurden, in seiner
Existenz gefährdet war, ergab seit Mai 1915 für den Alpenverein
eine viel bedrohlichere Situation (vgl. dazu die Kartenbeilage aus den
Mitteilungen
1916). Letztendlich entwickelte sich ebendiese Hütten- und Besitzfrage
in den südlichen Kriegsgebieten bis zur Abtretung ehemals österreichischer
Territorien nach 1919 zu einem Leitthema des Vereins und zu einer nicht
zu unterschätzenden Triebfeder einer wachsenden Intoleranz innerhalb
des Alpenvereins gegenüber ,Nicht-Deutschem'. Im anschließenden
Kapitel soll daher der Frage nachgegangen werden, wie sich die Hüttenfrage
in den Kriegsgebieten während des Krieges entwickelte, welche Maßnahmen
für einen Wiederaufbau nach Kriegsende geplant waren und wie der Verein
mit der erzwungenen Abtretung dieser Territorien in den Jahren 1919 bis
1923 umging.
Die Hüttenfrage 1915-1923
"Le montagne
sono libere! - Die Berge sind frei!" titelte ein Aufsatz in
den Mitteilungen des D.u.Oe.A.V. vom Frühjahr 1918.73
Die italienische Armee zog sich nach dem Zusammenbruch der Isonzofront
aus den Gebirgsstellungen zurück. Für den Alpenverein schien
die größte Gefahr gebannt.
Seit Juni 1915 lagen 59 Schutzhütten
des Vereins im Kriegsgebiet und 100 im weiteren Kriegsbereich.74
Im Allgemeinen war der Alpenverein bemüht, die Hüttenbewirtschaftung
außerhalb des engeren Kriegsgebietes so weit wie möglich aufrechtzuerhalten,
da "dies im wirtschaftlichen Interesse der durch den Krieg schwer geschädigten
Alpenländer" läge. Obwohl die Beschaffung von Lebensmitteln
eine gewisse Schwierigkeit darstellte, sah man doch die Notwendigkeit,
diese Hütten, wenn auch durch eine eingeschränkte Bewirtschaftung,
unter Aufsicht zu stellen. Andernfalls wäre mit Schäden an der
Hütten zu rechnen, da diese auch ohne Schlüssel häufig benützt
würden.75
Viele der Hütten waren durch die Kriegseinwirkungen zerstört
oder ausgeplündert worden.76
Jetzt - ohne das Kriegsende abzuwarten - konnte man wieder daran denken,
an den Aufbau zu gehen.77
U.a. sah der Alpenverein die Möglichkeit, vorübergehend vom Militär
erbaute Unterstände zu nutzen. Letzteres stellte sich wegen ihres
schlechten Zustandes als undurchführbar heraus. Dafür eigneten
sich lediglich einige Offiziersunterkünfte.
Die Siegeszuversicht wich
nach Kriegsende einer Rechtsunsicherheit und der Frage, was mit den Hütten
in den besetzten Gebieten geschehen sollte. Bereits im Sommer 1919 tauchten
Befürchtungen auf, dass alle Hütten in den besetzten südlichen
Gebieten dem italienischen Alpenverein zufallen könnten.78
Die Friedensverträge von Saint-Germain-en-Laye und Versailles brachten
keine eindeutige Klarheit in die Frage der Rechtsnachfolge. In einer ausführlichen
Denkschrift wies der Alpenverein darauf hin, dass zwischen Hütten
reichsdeutscher und österreichischer Sektionen besitzrechtliche Unterschiede
bestünden. Die Liquidation von österreichischem Privateigentum
war demnach ausdrücklich nur im Vertrag von St. Germain vorgesehen,
jedoch nicht mit Deutschland. Der Alpenverein leitete daraus ab, dass reichsdeutsche
Hütten, die auf vereinseigenem Boden standen (31) von der Sequestrierung
durch Italien auszunehmen waren. Lediglich bei siebzehn auf vom Staat gepachtetem
Grund errichteten Bauten sei man auf das Wohlwollen des italienischen Staates
als Nachfolger des österreichischen Ärars angewiesen.79
Gleichfalls wehrte sich der
Verein in seiner Denkschrift deutlich gegen Vorwürfe, Träger
einer deutschen ,Irredenta' zu sein, und unterstrich neuerlich, ein grundsätzlich
unpolitischer Verein zu sein, der "die bestehenden staatlichen Ordnungen
respektiert".80
Demgegenüber hob die Denkschrift erneut die Kulturarbeit und die Bedeutung
des D.u.Oe.A.V. für den Tourismus klar hervor. Der Alpenverein stünde
jedenfalls einer Zusammenarbeit mit der italienischen Regierung offen gegenüber,
da dies der Entwicklung des Landes nur nützlich sein könnte.81
Das Problem der Wasserscheide
als Grenze zwischen Österreich und Italien beschäftigte den Verein
ebenfalls, da davon einige Hütten betroffen waren. Die italienische
Seite forderte einen den Bezirksgrenzen angepassten Verlauf der Staatsgrenze,
die allerdings teilweise über die Wasserscheide des Alpenhauptkammes
nach Norden hinausgriffen. Der D.u.Oe.A.V. bezog in dieser Frage erneut
mit einer umfangreich detaillierten Denkschrift an die österreichische
Regierung (?) Stellung.82
Obwohl der Alpenverein in dieser Schrift betonte, neben den Vereinsinteressen
vor allem solche des Fremdenverkehrs und der Wirtschaft ganz Österreichs
zu vertreten, lassen sich politische Absichten - nämlich die Auslotung
aller Möglichkeiten einer Beschränkung der italienischen Gebietszugewinne
- davon nicht mehr trennen.83
Von Seiten der Vereinsspitze
hatte man offenbar trotz allem die Aussichtslosigkeit des Verbleibes der
Südtiroler Sektionen und des Besitzes österreichischer Sektionen
in den abgetretenen Gebieten erkannt. Allem Anschein nach war der Hauptausschuss
bemüht, dabei durch eine juristische Argumentation zumindest das strittige
Eigentum der in Südtirol stärker begüterten reichsdeutschen
Sektionen zu retten. Für die Beratung des D.u.Oe.A.V. in den Verhandlungen
über die künftige Neugestaltung der Rechtsverhältnisse der
abgetretenen Hütten beschloss die Nürnberger Hauptversammlung
einen eigenen "Ausschuß für die reichsdeutschen Hütten
in den verlorenen Gebieten" mit einer Geschäftsstelle in Berlin einzurichten.84
Die Südtiroler (ehemals österreichischen) Sektionen versuchten
ihre weitgehende Unabhängigkeit zu wahren, indem sie sich zu eigenständigen,
vom D.u.Oe.A.V. formell losgelösten alpinen Vereinen konstituierten,
da ein Verbleiben im Verband des D.u.Oe.A.V. politisch gegenüber Italien
nicht durchsetzbar war.85
Vor allem unter der Leitung der Sektion Bozen fanden erste Schritte eines
Wiederaufbaus statt, und die Materialien des ÖAV-Archives dokumentieren
bis 1920 ein Funktionieren der nunmehr "Südtiroler Alpinen Vereine".
1923 wurden diese, wie alle
deutschsprachigen Vereine Südtirols, von den Faschisten aufgelöst
und deren Besitz geschlossen dem "Club Alpino Italiano" (CAI) übertragen.
Vom italienischen Militär freigegebene Hütten schrieb man wieder
zur Pachtung aus. Allerdings war der Zustand der meisten so beklagenswert,
dass sich dafür kaum Pächter finden ließen. Darüber
hinaus stand mit der Pachtfreigabe keineswegs fest, wem das Eigentum an
den Hütten letzten Endes zufallen würde.86
Die italienische Militärverwaltung stellte jedoch unmissverständlich
klar, dass Hütten nur genutzt werden konnten, soweit kein ausdrückliches
militärisches Interesse bestand - das betraf immerhin 36 Unterkünfte.87
Vertreter des deutschen Verbandes orteten überdies bezüglich
der Hüttenfrage durch die Faschisten in Rom wesentlichen Widerstand.
Ein dem D.u.Oe.A.V. in dieser Hinsicht entgegenkommendes Verhalten der
italienischen Regierung wäre Munition in Händen der faschistischen
Oppositionsbewegung gegenüber der Regierung in Rom gewesen, da die
Alpenvereinshäuser als Teil der italienischen Reparationsforderungen
betrachtet wurden.88
Die politische Reaktion des D.u.Oe.A.V.
auf den Verlust Südtirols
Die Hüttenfrage
des D.u.Oe.A.V. äußerte sich in zweierlei Hinsicht: einerseits
im rein technisch-rechtlichen Umgang mit dem Verlust bzw. im Versuch einer
Schadensminimierung seitens der Vereinsspitze und andererseits in einem
neuerlichen politischen Radikalisierungsschub des Gesamtvereins und seiner
Sektionen. Da für die Sektionen in dieser Arbeit nicht genug Material
herangezogen werden konnte, beschränkt sich die Darstellung der nachstehenden
Reaktionen im Wesentlichen auf die Sektionen Innsbruck und Bozen. Die Landesteilung
Tirols beeinflusste gerade diese beiden Sektionen in ihrer politischen
Weiterentwicklung wesentlich. Aber selbst im Gesamtverein, der 1919 seinen
Sitz immer noch in Wien hatte, zeichneten sich klare Tendenzen einer politisch
zunehmend rechten Haltung ab, die durch die Südtirolfrage an Nährboden
gewann.
Die Vereinsleitung verfolgte
weiterhin zwei Strategien. Politischer Einfluss wurde direkt über
die Vereinsspitze geltend gemacht, gleichzeitig sollten gezielte Aufrufe
helfen, die Stimmung unter den Mitgliedern dementsprechend zu steuern und
somit gleichsam einen öffentlich-politischen Druck von unten zu erzeugen.
Der D.u.Oe.A.V. richtete etwa Schreiben an das Deutsch-österreichische
Staatsamt des Äußeren in Wien, worin der Anspruch des Vereins
auf seine Hütten mit "jahrzehntelanger deutscher Arbeit, deutscher
Begeisterung für die Alpen" begründet wurde. Nationale Stimmung
entwickelte sich zum unverkennbar tragenden Element, denn - so der Vorsitzende
Grienberger im oben zitierten Brief weiter - es handle sich dabei "um
urältesten deutschen Kulturboden [...]. Nie hat in deutschen Gebieten
der Walsche Fuß fassen können."89
Die Frage des reichsdeutschen Eigentums blieb im Alpenverein bis in die
frühen 20er Jahre aktuell. Von Sydow als Vorsitzender des Hauptausschusses
versuchte, seine Verbindungen als Staatsminister zum Außenamt in
der Berliner Wilhelmstraße Gewinn bringend (zumindest für die
reichsdeutschen Sektionen) zu nutzen.90
Zu all dem sah der D.u.Oe.A.V.
die Gefahr heraufziehen, dass der CAI die Südtiroler Sektionen "zu
sich herüber ziehen" könnte, bzw. von Sydow als Vorsitzender
meinte, dass die "Entnationalisierungsgefahr" sehr groß sei91,
hatte sich der D.u.Oe.A.V. doch in den letzten Jahren zunehmend darauf
bezogen, ein deutscher Verein zu sein. Über diese vereinsinternen
Maßnahmen hinaus, versuchte der Alpenverein gezielt, die Bevölkerung
über seine und andere Medien anzusprechen und sie somit auf die Südtirolproblematik
in sehr einseitiger Weise einzuschwören.92
Der Hauptausschuss rief in einem offenen Brief an alle Mitglieder - nicht
ohne auf den Mythos vom Verrat Italiens anzuspielen93
- dazu auf, Südtirol weiterhin zu bereisen und durch vermehrten ,deutschen'
Tourismus gegen eine "Verwelschung Deutsch-Südtirols" anzukämpfen.94
Der Hauptausschuss erachtete es ebenso als selbstverständlich und
ausgeschlossen, dass deutsche Bergsteiger Mitglieder im CAI würden,95
wie umgekehrt eine Aufnahme von CAI-Mitgliedern in Alpenvereinssektionen
nicht empfehlenswert sei.96
Die Beziehungen zum CAI standen praktisch still. Selbst ein Austausch von
Publikationen lehnte man seitens des D.u.Oe.A.V. mit dem Verweis auf die
widerrechtliche Beschlagnahme von Hütten ab.97
Sowohl die grundsätzlich negative Haltung des D.u.Oe.A.V. als auch
das aus einem Siegestaumel heraus erwachsene überhebliche Verhalten
des CAI waren wenig dazu angetan, die Diskussion auf eine sachliche Basis
zu stellen.
Die Politisierung des Alpenvereins
durch den Krieg und den Verlust eines bis dahin wesentlichen Teils seines
Eigentums in den an das Königreich Italien abgetretenen Gebieten machte
sich auch auf andere Weise negativ bemerkbar. In den führen 20er Jahren
konnte der Antisemitismus im D.u.Oe.A.V. schon auf eine gewisse Tradition
zurückblicken, die eine weit verbreitete bürgerliche Gesellschaftshaltung,
die den Verein dominierte, wiedergab. Den Kristallisationspunkt einer radikal-antisemitischen
Bewegung innerhalb des Alpenvereins bildete sicherlich der dem bekannten
Antisemiten Schönerer politisch nahe stehende Eduard Pichl.98
Die Vorgänge rund um die Gründung und den Ausschluss der Sektion
Donauland am Beginn der 20er Jahre lassen keinen Zweifel daran, dass sich
die Intoleranz und die deutsch-nationale Geisteshaltung im Verein zunehmend
verstärkten. Während der Sitzung des Hauptausschusses im Oktober
1919 tauchte in den Vereinsgremien die wiederholte Frage nach der Einführung
eines "Arierparagraphen" auf. Allerdings lehnte die Leitung einen entsprechenden
Antrag vorerst noch ab.99
Selbst Patrioten, die den Krieg für den Alpenverein mitgetragen hatten
und sich durchaus deutsch-national gaben - 1921 aber die Gründung
der jüdischen Sektion Donauland unterstützten -, mussten unter
dem Druck der politisch tonangebenden Kräfte im D.u.Oe.A.V. gehen.100
Der Grund für die Kriegsniederlage und damit auch die Verluste des
Alpenvereins wurde eindeutig in der Schuld der Juden gesehen.101
Zusammenfassung
Die Untersuchung
über den D.u.Oe.A.V. während des Ersten Weltkrieges konnte nachweisen,
dass die nationale und z.T. schon früh völkisch argumentierende
,Überlegenheit der deutschen Kultur' durch den Alpenverein bereits
1914 aktiv mitgetragen worden war. Gerade die personelle Vermischung von
Vereinsfunktionären und der Politik bzw. die bürgerliche Struktur
des Vereins dieser Zeit begründeten und forcierten diese Tendenzen
erheblich.
Der Krieg mit dem Königreich
Italien erfreute sich im Vergleich zu anderen Kriegsschauplätzen allgemein
von Beginn an einer großen Popularität und Zustimmung. Eine
Zustimmung, die einerseits durch den Staat bewusst gefördert wurde
und andererseits durch die jahrzehntelange Tätigkeit des Alpenvereins,
der die Ostalpen zu einem touristischen Faktor machte, gewissermaßen
unbewusst vorbereitet worden war.102
Dieser Krieg stand schon seit seinem Ausbruch unter dem Mythos des Verrates
und galt somit als anerkannt gerechter Feldzug. Die wirtschaftlichen Folgen
für den D.u.Oe.A.V. und der 1923 unabwendbar gewordene Verlust seines
Besitzes und Eigentums sowie die Teilung Tirols trugen zu einer verstärkten
Politisierung des Alpenvereins bei. Besonders klar zeigte sich diese Entwicklung
nach 1919, wo deutlich deutsch-nationale Kräfte mit chauvinistisch
und teilweise rassistisch begründeten Parolen im Verein hervortraten
und dort gegenüber gemäßigten Stimmen letztendlich im Verlauf
der 20er Jahre die Oberhand gewannen. Der D.u.Oe.A.V. passte folglich ideal
in das nationalsozialistische Konzept einer Volksbewegung.
In Zusammenschau mit vereinsinternen
Dokumenten konnte deutlich belegt werden, dass die periodisch erschienenen
Kommunikationsmittel des D.u.Oe.A.V. (Mitteilungen und Jahrbuch
bzw. Zeitschrift) nicht nur die politische Haltung seiner Mitglieder
wiedergaben, sondern die Dynamisierung der politischen Werte sowohl von
oben (Vereinsspitze) als auch von unten (Sektionen) mitgestalteten. Die
Bedeutung, die diesen Medien von Seiten der Vereinsleitung beigemessen
wurde, lässt sich anhand des Umstandes, dass es zu keinen wesentlichen
Auflagenkürzungen oder Einschränkungen während des Krieges
- trotz Papierzuteilung u.a. Schwierigkeiten - gekommen ist, ablesen.
Die Rücksichtslosigkeit
und die den Friedensverträgen in weiten Teilen berechtigterweise vorgeworfenen
Ungerechtigkeiten kosteten den D.u.Oe.A.V. letztendlich seinen Besitz in
den abgetretenen Gebieten. Der Alpenverein nahm mit seiner Argumentation,
dass es sich bei seinen Hütten in den abgetretenen Gebieten um Besitz
einer privaten Organisation handelte, einen sicherlich verständlichen,
aber nicht gehörten Standpunkt ein. Letztendlich ist in den Friedensverträgen
auch eine jener Ursachen zu sehen, die ein fortschreitendes Hineintragen
der politischen Diskussion in den Verein begünstigten und radikaleren
Kreisen Argumente lieferten, ihre Vorstellung einer volksgetragenen Massenorganisation,
die sich auf ein ,Blut-und-Boden'-Konzept gründete, zu verwirklichen.
Der nach dem Krieg stattgefundene Wechsel des Vereinssitzes von Wien nach
München - in die spätere Stadt der ,Braunen Bewegung' - verschärfte
sicherlich diese neue Werthaltung zusätzlich.
In dieser Studie konnte auf
eine Reihe von wichtigen Fragen nicht eingegangen werden. Anschließend
sei daher auf einige dieser noch ungestellten Fragen hingewiesen.
Überhaupt kaum beachtet
wurden in den bisherigen, ohnedies raren Forschungen zur Geschichte des
Alpenvereins seine Rolle und Haltung gegenüber der italienischen Irredenta
bzw. die Entwicklung seiner Beziehung zum CAI. Dass diese mit Sicherheit
von Beginn an spannungsgeladen war, konnte am Beispiel der "Societá
degli Alpinisti Tridentini", die ja immerhin eine Sektion des D.u.Oe.A.V.
war, gezeigt werden. Dazu würde aber auch eine Auslotung des CAI und
der italienischen Behörden in ihrer Haltung gegenüber dem D.u.Oe.A.V.
gehören. Weiters wäre die Situation innerhalb der größeren
Sektionen während des Krieges und nachher zu untersuchen. Die Sektionen
übten ja ihrerseits, wie vereinzelt dargestellt wurde, einen gewichtigen
Einfluss auf die Vereinsspitze aus und gaben oftmals den Impuls für
Diskussionen, die später im Gesamtverein zu Änderungen führten.
Sicherlich lohnenswert wäre es, deutsche und österreichische
Sektionen in dieser Hinsicht zu betrachten bzw. zu untersuchen, wie die
reichsdeutschen Sektionen auf die Politik des Wiener Vereinssitzes reagierten.
Andererseits könnte danach gefragt werden, ob und wie sich die beschlossene
Verlegung des Vereinssitzes nach dem Ersten Weltkrieg von Wien nach München
auch auf die Entwicklung der politischen Haltung innerhalb des Alpenvereins
auswirkte. Amstädter geht darauf z.T. ein.
Noch verstärktes Augenmerk
müsste auf die personelle Verknüpfung von Funktionärsschicht
und Politik (vor allem währen des Ersten Weltkrieges) gelegt werden.
Einerseits wäre vorzuschlagen, möglichst viele Funktionäre
der Vereinsspitze biographisch genauer zu erfassen, und andererseits sollte
ihre berufliche wie politische Tätigkeit in den Mittelpunkt des Interesses
gerückt werden, um die Verbindung ,privat' und ,öffentlich' deutlicher
zu unterstreichen. Amstädter und Zebhauser haben in dieser Hinsicht
schon methodische Möglichkeiten aufgezeigt - jedoch mit den bereits
erwähnten inhaltlich-zeitlichen Grenzen, die bei dieser Frage auf
jeden Fall mehr in Richtung einer ,Langen Zeit' ausgedehnt gehören.
Selbstverständlich kann
diese Studie, die nur einen kurzen Zeitabschnitt in der mehr als hundertjährigen
Geschichte des Alpenvereins betrachtet, keinesfalls auch nur den Ansatz
einer Darstellung der Entwicklung von politischen Haltungen und Strömungen
innerhalb des D.u.Oe.A.V. während seines Bestehens vermitteln. Absicht
war vielmehr, diesen überschaubaren Zeitraum von 1914 bis ca. 1920
herauszunehmen und in seiner Tiefe genauer zu analysieren. Damit konnte
verschiedenen Entwicklungen des Vereins mehr Raum gegeben werden, die bei
in zeitlicher Hinsicht großzügigeren Betrachtungen mit Sicherheit
an Aussagekraft verloren hätten. Abschließend bleibt zu hoffen,
dass die geäußerten Lücken in der Geschichte des D.u.Oe.A.V.
geschlossen werden und dass bei einer Betrachtung seiner Entwicklung gerade
in politischer Hinsicht dem Konzept der ,Langen Zeit' mehr Beachtung geschenkt
wird als bisher.
-
1ÖAV-Archiv,
Verhandlungsschriften der 45. Hauptversammlung vom 10./11. Oktober 1919
in Nürnberg, Wien 1920, S. 4; Meinung des Vorsitzenden des Hauptausschusses
des D.u.Oe.A.V. v. Sydow.
-
2Vereinzelt
liegen schon frühere Arbeiten zur D.A.V.-Geschichte auch in diesem
Zeitraum vor, die kritischerer Natur sind. Diese finden sich allerdings
zumeist in den Sektionsschriften zu Jubiläen etc.; vgl. Quantmeyer
(1986).
-
3Mokrejs
(1988).
-
4Mokrejs
(1988): S. 75.
-
5Zebhauser
(1998a): S. 177.
-
6Frankl
(1988).
-
7Vgl.
Zebhauser (1988a+b); Zebhauser merkte in seinem Vorwort selbst die gewisse
Unzulänglichkeit seiner Arbeit an, die sich im Wesentlichen auf die
Entwicklung des "Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins" (D.u.Oe.A.V.)
in den 30er Jahren (1933-1938) konzentrierte. Wichtige Entwicklungen, die
zeitlich lange vorher wurzeln, konnten kaum ausreichend herausgearbeitet
werden.
-
8Vgl.
Amstädter (1996); in seiner außerordentlich kritischen Arbeit
versucht Amstädter vor allem durch einen steten Vergleich der verschiedenen
alpinen Vereine politische Entwicklungen sichtbar zu machen. Er beschränkt
sich dabei aber fast ausschließlich auf antisemitische Strömungen
innerhalb der Vereine. Leider ist der Titel ("Der Alpinismus - Kultur -
Organisation - Politik"), unter dem das Buch erschienen ist, in dieser
Hinsicht irreführend, verspricht er doch ein wesentlich breiteres
Herangehen an diesen Themenkomplex.
-
9Vgl.
Oberwalder (1987), Frankl bezog sich dabei auf einen Artikel von Professor
Oberwalder. Oberwalder kritisiert und schreibt darin erstmals über
die Vorgänge um den Ausschluss der Sektion Donauland 1924 von Seiten
des heutigen Ö.A.V. Seine Interpretation des - wie Oberwalder es nennt
- "Verhauers" (er meint damit die Einführung des "Arierparagraphen"
und den Ausschluss der Sektion Donauland) wirkt eher relativierend, denn
erklärend oder entschuldigend, obwohl ihm die gute Absicht, die dahinter
steht, keinesfalls abzusprechen ist. Für Oberwalder liegen die Ursachen
für dieses Geschehen im Chaos der Nachkriegszeit (1918), dem Mitgliederzuwachs
aus den unteren Einkommensschichten (d.h. der Popularisierung des Alpenvereins)
und der Angst vor einer Spaltung des Vereins. Alles mit Sicherheit Gründe,
die zu dieser politischen Haltung geführt haben, die aber in diesem
Zusammenhang mehr den Verein entschuldigen als wirklich die Sachlage erklären.
Und der "Verhauer" von 1924 war bis dahin nicht das einzige Mal, wo sich
der Verein national-rassistisch gezeigt hat; Panitz (1993); Panitz geht
in seiner sehr oberflächlichen Fanck-Trenker-Riefenstahl-Betrachtung
mehr auf persönliche Beziehungen zwischen den Protagonisten ein als
auf deren politische Haltung. Eine Filmanalyse in Zusammenhang mit ihrer
unleugbar gesellschaftlich-propagandistischen Wirkung unterbleibt nahezu
völlig.
-
10D.u.Oe.A.V.
- Deutscher und Österreichischer Alpenverein; in der Folge wird dafür
fallweise die Abkürzung ,Alpenverein' verwendet.
-
11Am
20. März 1998 fand im Raiffeisensaal in Innsbruck eine Podiumsdiskussion
unter der Leitung von Professor Louis Oberwalder zum Thema "Bergsteigen
unter'm Hakenkreuz - Der Alpenverein im Hitlerstaat" statt. Im Anschluss
an den Vortrag von Helmut Zebhauser (damals Kulturreferent des DAV) kam
es zu einer teilweise sehr unsachlichen Diskussion zwischen Univ.-Prof.
Dr. Helmut Heuberger (Salzburg), Robert Renzler (Alpinreferent des ÖAV)
und auch anwesenden ÖAV-Funktionären und Leuten aus dem Publikum.
-
12Vgl.
Menara, Hager (1994); der Erste Weltkrieg und das hochalpine Kampfgeschehen
werden kriegsgeschichtlich eingeordnet und zusammen mit der zwangsweisen
Auflösung der deutschen Vereine Südtirols 1923 allgemein als
die ,schwere Zeit' beschrieben. Vgl. auch Schemmann (1983), Sektion Klagenfurt
(1997); bei letzterer Jubiläumsschrift wird der ,unselige' Weltkrieg
und der Kärntner Abwehrkampf (1918-1920) gar nur als Unterbrechung
der Aufbauarbeit des Vereins notizartig erwähnt.
-
13Vgl.
Zebhauser, Trentin-Meyer (1996); da Zebhauser zu den Mitgestaltern gehört,
fließen verständlicherweise auch zahlreiche Anregungen aus seiner
Arbeit ein, vgl. besonders Raum 4 (Katalog S. 351-353).
-
14Vgl.
v. Hartungen (1995): S. 75; der österreichische Kriegsberichterstatter
Roda Roda vergleicht beispielsweise den Alpenkrieg mit jenen in den Karpaten:
"Der
Gebirgskrieg mit Italien aber stellt an Großartigkeit seiner Erscheinung,
an physischen und moralischen Forderungen alles das, was in den Karpaten
geschah, weit in den Schatten."; Neue Freie Presse, Nr. 18265, vom
25. Juni 1915, S. 3-4.
-
15Vgl.
Holzer (1996); Katalog zur Ausstellung "Die Bewaffnung des Auges ...".
-
16Archiv
des Österreichischen Alpenvereins Innsbruck (in der Folge als ,ÖAV-Archiv'
abgekürzt), Mappe ,Hauptausschuß (= HA) Wien 1912-1920', Rundschreiben
des Verwaltungsausschusses (= VA) des D.u.Oe.A.V., Nr. 12, Wien, Aug. 1914,
gezeichnet Vorsitzender R. Grienberger.
-
17Archiv
des Österreichischen Alpenvereins Innsbruck (in der Folge als ,ÖAV-Archiv'
abgekürzt), Mappe ,Hauptausschuß (= HA) Wien 1912-1920', Rundschreiben
des Verwaltungsausschusses (= VA) des D.u.Oe.A.V., Nr. 12, Wien, Aug. 1914,
gezeichnet Vorsitzender R. Grienberger.
-
18ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA Nr. 12, Wien, Aug. 1914,
gezeichnet Vorsitzender R. Grienberger.
-
19Jahrbuch
des D.u.Oe.A.V., 1919, Bd. 50, S. 195-214.
-
20ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA Nr. 12, Wien, Aug. 1914,
gezeichnet Vorsitzender R. Grienberger.
-
21Der
HA belässt die mit der Führung der Vereinsangelegenheiten betraute
Geschäftsleitung nach einer dementsprechenden Beschlussfassung 1915
in Wien; ÖAV-Archiv, Mappe ,HA-Sitzungsprotokolle 1. (1909) - 50.
(1933)', Sitzungsprotokoll der 16. HA-Sitzung vom 19. September 1915, Palasthotel
Weber, Dresden, S. 2
-
22Da
der Vereinssitz während des Krieges in Wien blieb und der Umstand
des von Österreich geführten Krieges mit Italien sowie das beträchtliche
Eigentum des Alpenvereins in den umkämpften Gebieten machen ein Naheverhältnis
zur österreichischen Politik wahrscheinlich. Schon in einem Rundschreiben
vom November 1915 verweist der Vorsitzende des HA v. Sydow indirekt darauf,
wenn er sich auf die Vorteile des Wiener Vereinssitzes bezieht, da dort
direkte Verhandlungen mit der Wiener Regierung bezüglich einer eventuellen
Schadensabgeltung geführt werden konnten; ÖAV-Archiv, Mappe ,HA
Wien 1912-1920', Rundschreiben des HA an die Sektionen des D.u.Oe.A.V.,
Berlin, 7. Nov. 1915. Nicht unbeachtet darf in diesem Zusammenhang die
berufliche Tätigkeit hoher Funktionäre des Alpenvereins in den
Spitzen des Verwaltungsapparates der Monarchie gelassen werden.
-
23ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA Nr. 12, Wien, Aug. 1914,
gezeichnet Vorsitzender R. Grienberger.
-
24ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA vom 28. Aug. 1914, gezeichnet
Vorsitzender R. Grienberger.
-
25Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 1914, Nr. 17/18, S. 230.
-
26ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA vom Aug. 1914, gezeichnet
Vorsitzender R. Grienberger; VA vom Sep. 1914, Wien, an die Hütten
besitzenden Sektionen; auf diese Weise konnten ca. 10.000 Decken organisiert
werden; solche Hilfsaktionen des Vereins fanden mehrfach während des
ganzen Krieges statt, in den Mitteilungen wurden regelmäßig
Spendenaufforderungen des HA oder einzelner Sektionen publiziert; vgl.
beispielsweise Mitteilungen, 1915, Nr. 11/12, S. 128; 1914, Nr.
17/18, S. 240; der HA richtete u.a. einen eigenen Aufruf "um Abgabe
alpinen Rüstzeugs an Gebirgstruppen" an alle Mitglieder; ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben an die Sektionsleitungen vom 10.
Juni 1915 und Nr. 14 vom Oktober 1915; Mitteilungen, 1917, Nr. 21/22,
S. 156, Bitte um Geldspenden für Weihnachstliebesgaben des Kriegsfürsorgeamtes
Bozen-Gries; in den Mitteilungen, 1914, Nr. 19/20, S. 251, findet
sich ein erster Ausweis der Kriegsfürsorgespenden des Gesamtvereins
und der Sektionen; vgl. ÖAV-Archiv, Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben
des HA Nr. 14 an die Sektionsleitungen, Wien, Okt. 1915, Aufruf um Bereitstellung
von Winterbekleidung für die Soldaten. Mit Kriegseintritt Italiens
stellte der D.u.Oe.A.V. den Truppenkörpern mehrere Tausend Alpenvereinskarten
zur Verfügung. Da diese Karten teilweise bereits mit Höhenlinien
versehen waren, eigneten sie sich wesentlich besser als jene der letzten
Landesaufnahme, die in der Gebirgsdarstellung noch hauptsächlich Schraffen
benutzte; Mitteilungen, 1915, Nr. 11/12, S. 125. Noch vor der Zusammenstellung
eigener Bergführereinheiten durch die Armee forderte der HA seine
Mitglieder ausdrücklich dazu auf, Bergsteiger mit besonderen Kenntnissen
des italienischen Kriegsgebietes der k. u. k. Heeresverwaltung namhaft
zu machen; ÖAV-Archiv, Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben des
HA an seine Mitglieder, Wien, v. 17. Juli 1915.
-
27ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA Wien vom 26. Nov. 1914
an den HA; 150.000 Mark waren dabei für "patriotische Zwecke"
zu verwenden und hätten unterstreichen sollen",daß der Verein
"jetzt' mit einer nationalen Tat hervortrete und nicht erst, wenn man sicher
sehe: daß der Krieg für uns gut verlaufe."; ebenda; vgl.
das Sitzungsprotokoll des HA (15. Sitzung) vom 8. Nov. 1914 im Korpshaus
Bavaria München, S. 8-14.
-
28ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Notiz des HA, Grienberger Mai 1915 (?) und Notiz
des VA, Grienberger, Wien 23. Juni 1915; Mappe ,HA-Sitzungsprotokolle 1.
(1909) - 50. (1933)', 16. Sitzung vom 19. Sep. 1915, Palasthotel Weber
Dresden, S. 9; der Alpenverein zeichnet für 100.000 Mark die II. deutsche
und für 50.000 Mark die II. österreichische Kriegsanleihe.
-
29Teilweise
befinden sich die einlaufenden Akten der Sektion Bozen noch im ÖAV-Archiv
in Innsbruck, alle anderen (einlaufenden) Südtiroler Sektionsakten
dürften aber im Zuge der Aktenteilung nach 1918 nach Italien gelangt
sein und lagern heute großteils im Archiv des Südtiroler Alpenvereins
in Bozen, das mittlerweile bestrebt ist, Bestände der Südtiroler
Sektionen in Bozen zusammenzufassen und zentral zugänglich zu machen.
Davon getrennt gesehen werden müssen jene Bestände, die in den
einzelnen Sektionen (des gesamten ehemaligen D.u.Oe.A.V.) vor Ort noch
zu finden sein dürften.
-
30ÖAV-Archiv,
Mappe ,Sektion Bozen 1913-', Jahresbericht der Sektion Bozen des D.u.Oe.A.V.
für das 45. Vereinsjahr 1914, gezeichnet Dr. H. Mumelter, erster Vorsitzender.
-
31Ebenda.
-
32ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Verteilung der Referate im Jahre 1914.
-
33Vergleiche
hierzu die Artikel in den Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1914, Nr.
17/18; R. Sieger (1914): Unseren Kämpfern!; und J. Mayr (1914): Dem
Deutschen und Österreichischen Alpenverein, S. 230-232.
-
34ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', HA, Promemorio an das k.u.k. Ministerium
des Äußeren (Minister Stefan Baron Burian) betreffend die Abtretung
des Trentino an Italien, Wien, 2. April 1915.
-
35ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', Sektion Innsbruck an den HA, Innsbruck,
18. März 1915, gezeichnet Forcher-Mayr, Vorstand.
-
36ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', Sektion Innsbruck an den HA, Innsbruck,
20. März 1915.
-
37Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 30. Juni 1915, Nr. 11/12, Titelblatt: ,Der neue
Feind', unterzeichnet vom HA.
-
38ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA-Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA an die Mitglieder des HA
vom 26. Nov. 1914; im Sinne eines geschlossenen Auftretens des Gesamtvereins
lehnte der VA den Vorschlag, die Entscheidung darüber den Sektionen
zu überlassen, einstimmig ab. Die moderatere Empfehlung, von einem
solchen Ausschluss überhaupt abzusehen, da "es nicht im Interesse
des Vereins liege, gegen diese Mitglieder [...] vorzugehen", unterlag
in der Abstimmung. Laut Erhebungen des VA wären davon ohnedies wenige
betroffen gewesen: ca. 190 Engländer (52 davon in den von Deutschen
geleiteten Sektionen in Manchester) und 35 Franzosen.
-
39Vgl.
Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, I. Akt, 8. Szene Suhrkamp-Ausgabe
1986, S. 97-101.
-
40ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA-Wien 1912-1920', HA v. Sydow an die Sektionsleitung, Wien im
März 1915.
-
41ÖAV-Archiv,
Verhandlungsschrift der 49. Hauptversammlung des D.u.Oe.A.V. Salzburg,
10. Sep. 1920, und Jena, 9. Dez. 1920, Wien 1920, S. 45; wiedergegeben
ist die Meinung von J. Schönbichler (Sektion Innsbruck).
-
42ÖAV-Archiv,
Verhandlungsschrift der 49. Hauptversammlung des D.u.Oe.A.V. Salzburg,
10.
Sep. 1920, und Jena, 9. Dez. 1920, Wien 1920, S. 46.
-
43ÖAV-Archiv,
Verhandlungsschrift der 49. Hauptversammlung des D.u.Oe.A.V. Salzburg,
10. Sep. 1920, und Jena, 9. Dez. 1920, Wien 1920, S. 47; die Meinung des
damals schon hochbetagten Gründungsmitgliedes des D.u.Oe.A.V. J. Stüdl,
dass es sich bei der ursprünglichen Namensgebung um keinen politischen
Vorgang, sondern um eine Zweckmäßigkeit gehandelt hätte,
die dokumentieren sollte, dass der Ö.A.V. und der D.A.V. im neuen
Verein gleichwertige Partner wären, wurde bei der Diskussion zwar
gehört, aber von der Sektion Innsbruck nicht kommentiert. Ein Antrag
der Sektion Innsbruck auf Umbenennung in Zweig wurde vom HA mit der Begründung,
jetzt keine politische Demonstration aus Rücksichtnahme auf die Südtiroler
Hüttenfrage vom Zaun brechen zu wollen, abgelehnt; ÖAV-Archiv,
Protokoll der 22. Sitzung des HA des D.u.Oe.A.V. am 8. Sept. 1920 in Salzburg,
Punkt 24, S. 14; Grienberger und v. Sydow sprachen sich gegen den Antrag
aus.
-
44Heute
besteht der Ö.A.V. aus 197 Sektionen mit mehr als 280.000 Mitgliedern.
Auf der Homepage des ÖAV (www.alpenverein.at/innsbruck
- vom 20.8.2002) wird Innsbruck als Sektion genannt. Die von der Sektion
ausgestellten Mitgliedsausweise weisen ,Zweig' auf, genauso wie sich die
Sektion Innsbruck im Internet konsequent als ,Zweig' (www.alpenverein-ibk.at)
präsentiert. Selbst die Statthaltereiakten-Verzeichnisse im Tiroler
Landesarchiv aus der Zeit des I. Weltkrieges dokumentieren den vollzogenen
Wechsel mit einem durchgestrichenen ,Sektion' und darüber gesetztem
,Zweig'; Tiroler Landesarchiv, Repertorium 625a - Vereine Innsbruck.
-
45ÖAV-Archiv,
Mappe ,Societá degli Alpinisti Tridentini 1872-1917', Schutzhütten
der SAT.
-
46HA
des D.u.Oe.A.V. (1932): S. 112; die Sektion Bremen hatte bereits 1910 den
Beschluss gefasst, an der Bocca di Brenta eine Schutzhütte zu errichten,
obwohl ganz in der Nähe eine Hütte der SAT (Tosahütte) stand.
In einem langwierigen gerichtlichen Streit um die Rechte am Grund und Boden,
auf dem die neue Hütte errichtet worden war, entschied 1914 - kurz
vor Kriegsbeginn - ein Wiener Gericht in dritter Instanz -, dass dieser
der Gemeinde San. Lorenzo gehöre und damit nicht der Sektion Bremen;
Quantmeyer (1986), S. 19.
-
47ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', Sektion Innsbruck - Vorstand Forcher-Mayr
an HA, Innsbruck vom 18. März 1915.
-
48ÖAV-Archiv,
Mappe ,Societá degli Alpinisti Tridentini 1872-1917', Abschrift
eines Zeitungsartikels von L. Neuner, Innsbruck, der in der vierten Beilage
zur Vossischen Zeitung - für Reise und Wanderungen in Berlin
am 15. März 1916 und in der Kölnischen Zeitung vom 13.
März 1916 (Nr. 265 - Mittagsausgabe) auf dem Titelblatt erschienen
ist.
-
49ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA-Sitzungsprotokolle 1. 1909 - 50. 1933', 19. Sitzung des HA v.
14. Sept. 1918 in Passau, Bericht Dr. Trnka, S. 14; lediglich die offenen
Verbindlichkeiten der SAT von 70.000 Kronen sollten dafür vom Alpenverein
übernommen werden, mit einer Zahlungsfrist innerhalb von sechs Monaten
nach Kriegsende.
-
50Mayr
(1916); der erste Teil des Zitates wurde in den Mitteilungen durch
Sperrung besonders hervorgehoben. In den Mitteilungen, 1917, Nr.
1/2, S. 2-3, berichtet Mayr über den Erfolg seiner Serie und die positiven
Rückmeldungen zu seinem Aufruf, setzt dabei gleichzeitig nach",daß
der größte Teil der [deutschen; Anmerkung des Autors] Italienreisenden
nicht aus künstlerischen Beweggründen, sondern, weil es Mode
war, nach Italien reiste)"; womit Mayr wohl meinte, dass der freiwillige
Verzicht auf Italien als Reiseland ohnedies mit geringem Verlust verbucht
werden könnte. Literaturvorschläge zu neuen ,Reisezielen' und
Lichtbildvorträge in den verschiedenen Sektionen mit dem Hinweis auf
die künftigen Reiseziele (die feindlichen Länder ausgenommen)
rundeten dieses Feindbild ab und verschafften dem Leser die Möglichkeit
von Alternativen; vgl. Dreyer (1916) und Arnold (1916).
-
51Mitteilungen,
1918, Nr. 17/18, S. 113.
-
52Mitteilungen,
1916, Nr. 19/20, S. 162.
-
53Wenn
zum Krieg und zu den Feinden Stellung genommen wird, dann zumeist mit Bezug
auf die Interessen des Alpenvereins. Lehner thematisiert etwa 1915 den
Kriegsgegner England indirekt in einem Aufsatz über die Eroberung
der Alpen. Er versuchte dabei die deutsche Überlegenheit gegenüber
den englischen Alpinisten hervorzuheben, da "das deutsche Volkstum [...]
den größten Teil der ,Hochwelt' Gesamtalpen erobert hat"
(im Original gesperrt gesetzt), Lehner S. 91; den Engländern wurde
seit Anbeginn des Bergsteigens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
lediglich sportliches Interesse am Alpinismus unterstellt, während
der ,Deutsche' andere Werte damit verbände, denn "das aber ist
das Schönste an diesem Zeitabschnitt: Die deutschen Bergsteiger haben
sich zu unbestrittenen Herren im eigenen Haus gemacht und sind es geblieben.",
Lehner S. 70-71.
-
54Im
Folgenden werden als Beispiele jeweils einige dieser Aufsätze genannt;
vgl. Handl (1916), Renker (1916c), Kaser (1918); Kaser berichtet aus den
Sieben Gemeinden: "Der traditionelle Schmutz, der überall dort
in reichlichem Maße auftritt, wo Welsche hausen, ist vielleicht das
einzige, was die Sieben Gemeinden auch ohne Grenzpfähle und Bersaglierihüte
vom deutschen Norden unterscheidet." In einer rassisch begründeten
Argumentation findet Kaser selbst für die großteils deutschsprachigen
Einwohner dieser Gemeinden eine Erklärung, warum es denn bei ihnen
so ,verwalscht' sei: "Schmucke Dörfer [...], umgeben von Gärten
und wallenden Kornfeldern [...], erinnern an die germanische Vergangenheit
dieses Landes, dessen Bewohner, sehnige, blonde Urenkel vom Stamme der
Zimbern, die besten Soldaten des Königs von Italien, im Lauf der vielen
Jahre, in denen sie deutsche Schulen und Priester entbehren mußten,
die alten Sitten und die alte [...] Sprache fast ganz vergessen haben.";
Kaser (1918): S. 122.
-
55Vgl.
Kellner (1915), Edlinger (1915), Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917,
Nr. 21/22, Titelblatt.
-
56Vgl.
Renker (1917), Handl (1918).
-
57Vgl.
Müller (1917): S. 151, Gatti (1917).
-
58Mayr
(1916), Mayr (1917), Stadlmann (1916), Wolff (1916), Wopfner (1915), Voltelini
(1919).
-
59Vgl.
Handl (1916), Steinitzer (1917), Handl (1918), Deye (1915)/(1917a)/(1917b).
-
60In
einem Rückblick auf 75 Jahre Alpenvereinsgeschichte vermerkt W. Schmidkunz
die besondere Bedeutung des Skilaufes, die erst durch den Krieg auch im
Alpenverein anerkannt wurde; ÖAV-Archiv, Mappe ,75 Jahre D.A.V.',
Druckfahne eines Aufsatzes von W. Schmidkunz "75 Jahre Deutscher Alpenverein",
vorgesehen für die Veröffentlichung in ,NS-Sport' - Reichsbund
für Leibesübungen vom 28. Aug. 1944, S. 6.
-
61Vgl.
Renker (1916), Renker (1917), Zöhnle (1917), Schmidkunz (1918), Barth
(1919a); in einem rückblickenden Aufsatz bemerkt Menger dazu: "Stärkung
von Nationalgefühl und Heimatsliebe schreibt man dem Bergsteigen zu,
dessen Pflege eine alte und stets neue Aufgabe des Alpenvereins ist. Daß
er mit der Erziehung eines großen Teils der Vaterlandsverteidiger
zum Alpinismus dem Staate einen mächtigen Dienst geleistet hat, bleibt
auch nach dessen Zusammenbruch in Geltung. [...] Gerade die alpine Erziehung
förderte die Entfaltung der im Kriege wichtigsten Eigenschaften im
höchsten Maß)", wie z.B. Kameradschaft in Not, Kaltblütigkeit
in schwierigen Situationen, Anspruchslosigkeit; Menger (1919): S. 176 und
177. Schmidkunz, der als Kriegsberichterstatter für den Alpenverein
einige Artikel geschrieben hatte, konnte 1931bei der Verfassung des (Dreh-)Buches
"Berge in Flammen" und gemeinsam mit Luis Trenker bei dem gleichnamigen
Film auf diese Erfahrungen zurückgreifen und erlangte dadurch einige
Popularität, wenn auch durch Mythologisierung des heldenhaften Gebirgskampfes.
-
62Vgl.
Müller (1915), Müller (1917), Müller (1934); die kriegsgeschichtliche
Abteilung des Museums hatte "hervorragende alpine militärische
Leistungen in irgendeiner Weise ersichtlich" zu machen; ÖAV-Archiv,
Mappe ,Alpines Museum 1912-1916', Direktion des Alpinen Museums München
(K. Müller) an HA in Wien, München, 11. Aug. 1915.
-
63Müller
(1915): S. 195 u. 196.
-
64ÖAV-Archiv,
Mappe ,Alpines Museum München 1916-1930', Briefe von K. Müller
an HA, München, 1. und 27. Juni 1918; vgl. auch die Aufsatzskripten
von Müller zu diesem Thema; ÖAV-Archiv, Mappe ,Alpines Museum
1912-1916', Direktion des Alpinen Museums des D.u.Oe.A.V. an HA, München,
4. Sept. 1918 und Mappe ,Alpines Museum München 1916-1930', Aufsatzentwurf
von Müller (?) zur kriegsgeschichtlichen Abteilung im Museum. Der
Autor gibt dabei Einsicht in Aufbau, Ziele und Inhalte der Ausstellung.
-
65Renker
(1916a): S. 225.
-
66Der
VA bemühte sich schon seit Dezember 1915 erfolgreich um eine steuerliche
Begünstigung seitens des k.u.k. Finanzministeriums für die eingeschränkte
Hüttennutzung; ÖAV-Archiv, Mappe ,HA-Wien 1912-1920', vertrauliches
Rundschreiben an die in Österreich Hütten besitzenden Sektionen,
VA Wien vom 30. April 1917; die Sektion Bozen war etwa durch größere
Umbauten ihrer Hütten (Sellajoch und am Schlern - beide wurden 1914
geschlossen und fielen seit 1915 ins engere Kriegsgebiet) mit Schulden
von mehr als 90.000 Kronen belastet, zu deren Rückzahlung sich die
Sektion angesichts der Umstände und des Einnahmenentgangs nicht in
der Lage sah; ÖAV-Archiv, Mappe ,Sektion Bozen 1913-', Sektion Bozen
an HA Wien, ohne Datum (1918?).
-
67Hohe
Reisekosten und eine nicht sicherzustellende Verpflegung während der
Anfahrt ließen eine schon dringend anstehende Einberufung zur Hauptversammlung
1917 nicht zu; ÖAV-Archiv, Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben
des HA an die Sektionen vom 18. Mai 1917; obwohl sich die Lage 1918 weiter
verschlechterte und das Vereinsleben in vielen Sektionen völlig zum
Stillstand gekommen war, verlangten die Vereinsprobleme nach einer Lösung;
v. Sydow entschied sich daher - unabhängig vom Kriegsende - eine Hauptversammlung
für das Jahr 1918 einzuberufen. Die Hauptaufgabe dabei sollte in der
Wiederherstellung der abgebrochenen Verbindung des HA zu den Sektionen
sein; ÖAV-Archiv, Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rundschreiben des HA
an die Sektionen vom 15. Mai 1918.
-
68ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA ,Wien 1912-1920', vertrauliches Rundschreiben des HA Wien vom
Februar 1917 an die Sektionsleitung (verzögerte Auslieferung der Mitteilungen
durch Frachtgutbeschränkungen).
-
69ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rechenschaftsbericht des HA über seine
Tätigkeit seit der letzten Hauptversammlung, erstattet in der Hauptversammlung
des D.u.Oe.A.V. zu Nürnberg am 10. Oktober 1919, S. 2.
-
70Vgl.
Anlagen zur Vereinsgeschichte; Jahrbuch des D.u.Oe.A.V., 1919, Bd.
50, S. 195-214.
-
71ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA Wien 1912-1920', Rechenschaftsbericht des HA über seine
Tätigkeit seit der letzten Hauptversammlung, erstattet in der Hauptversammlung
des D.u.Oe.A.V. zu Nürnberg am 10. Oktober 1919.
-
72Anlagen
zur Vereinsgeschichte; Jahrbuch des D.u.Oe.A.V, 1919, Bd. 50, S.
213.
-
73Handl
(1918).
-
74Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 1915, Nr. 11/12, S. 125
-
75ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA-Wien1912-1920 Rundschreiben', Rundschreiben des VA an Hütten
besitzende Sektionen, Wien, April 1915.
-
76In
einem Rundschreiben wies der HA die Sektionen an, Schäden, die durch
die Benutzung des österreichischen Militärs entstanden sind,
zu dokumentieren, da diese nach dem Kriegsleistungsgesetz durch die Militärkommandos
(Innsbruck/Graz) abzudecken waren. Gleichzeitig erging auch an das k. u.
k. Kriegsministerium ein Brief, worin auf diese Probleme hingewiesen wird;
ÖAV-Archiv, Mappe ,HA-Wien 1912-1920', vertrauliches Rundschreiben
des HA an die im Kriegsgebiete Hütten und Wege besitzenden Sektionen
(Schreiben an das k.u.k. Kriegsministerium liegt ebendort bei), Wien, August
1915. Die Kontrolle solcher Schäden durch die Organe des Alpenvereins
gestaltete sich allerdings außerordentlich schwierig, da, um eine
Reiseerlaubnis ins engere Kriegsgebiet zu erhalten, ein behördlicher
Hürdenlauf zu bewältigen war, der keine Garantie auf Erfolg versprach;
ÖAV-Archiv, Mappe ,HA-Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA an die
Sektionsleitung "Besichtigung der im engeren Kriegsgebiete gelegenen
Alpenvereinshütten", Wien, 8. Juli 1916. Im Herbst 1919 stellte
der D.u.Oe.A.V. eine Auflistung aller Schäden an im Vereinsbesitz
befindlichen Hütten auf, die dem liquidierenden (ehemaligen k.u.k.)
Kriegsministerium vorzulegen waren. Der VA ließ in diesem Brief aber
keine zu frühen Hoffnungen aufkommen, da es "von der Anmeldung
bis zur Auszahlung der Vergütungen noch ein sehr weiter Weg sein wird.";
ÖAV-Archiv, Mappe ,HA-Wien 1912-1920', Rundschreiben des VA betreffend
die Vergütung von Kriegsleistungen und Kriegsschäden an die Hütten
besitzenden Sektionen des D.u.Oe.A.V., Wien, 27. Sep. 1919. Ob Zahlungen
dieser Art seitens des österreichischen Kriegsministeriums tatsächlich
erfolgten - angesichts der Lage 1919 als höchst unwahrscheinlich anzusehen
-, konnte nicht nachgewiesen werden.
-
77Im
April 1918 nahm der VA Kontakt mit Alpinisten und Offizieren auf, die bei
der Beurteilung und Erfassung einer ins Auge gefassten zivilen Nutzung
von militärischen Einrichtungen (Hütten, Wege, Seilbahnen, Magazine)
durch den D.u.Oe.A.V im Gebirge behilflich sein sollten. ÖAV-Archiv,
Mappe ,HA-Wien 1912-1920', Schreiben des VA Wien, April 1918. Vgl. auch
ÖAV-Archiv, Protokoll der 19. Sitzung des HA des D.u.Oe.A.V. vom 14.
Sept. 1918 in Passau, Punkt 9, S. 13.
-
78ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', F. Walde an Schneider (Schatzmeister der
Sektion Marburg-Siegen), Innsbruck, 1. Aug. 1919 und Sektion Innsbruck,
F. Walde an die gleiche Sektion vom 2. Aug. 1919.
-
79Bei
der Zählung nicht berücksichtigt wurden 20 Hütten in Ladinien
und 6 in Italienisch-Tirol (Trentino); ÖAV-Archiv, Mappe ,Südtirol
1915-1916', Denkschrift; Bezug genommen wurde dabei vor allem auf die Artikel
297b, 260 Abs. 1, 428f des Versailler und Artikel 249b, 267 Abs. 1 des
Vertrages von St.-Germain-en-Laye. Vermutlich ist die Denkschrift nach
Oktober 1919 zu datieren und diente als Informationsgrundlage für
die Verhandlungen der deutschen Reichsregierung, umfangreiche Hüttenbeschreibungen
liegen der Denkschrift bei.
-
80ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', Denkschrift, S. 16 und 17.
-
81ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', Denkschrift, S. 18.
-
82ÖAV-Archiv,
Mappe ,Rundschreiben und Aufrufe', Denkschrift des D.u.Oe.A.V. betreffend
A. vertragswidrige Besetzung tirolischer Gebiete durch die Italiener -
B. Festsetzung der österreichisch-italienischen Grenze im Hochgebirge,
ohne Datum, Verfasser J. Moriggl (Generalsekretär des HA).
-
83ÖAV-Archiv,
Mappe ,Rundschreiben und Aufrufe', S. 7.
-
84ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', Sektion Berlin des D.u.Oe.A.V. an die
reichsdeutschen in den an Italien abgetretenen Gebieten Tirols besitzenden
Sektionen des D.u.Oe.A.V., Berlin, 3. Nov. 1919 und Mappe ,Hauptausschuß
Wien', Rundschreiben des VA an die in Südtirol Hütten besitzenden
Sektionen, Wien, 6. Aug. 1919.
-
85ÖAV-Archiv,
Protokoll der 20. Sitzung des HA des D.u.Oe.A.V., 8. und 10. Oktober in
Nürnberg, Besprechung des HA mit den Vertretern der ausländischen
Sektionen am 8. Okt. 1919, S. 15/16. Der HA stimmte der Umwandlung der
betroffenen Sektionen zu, vielfach lehnten dies jedoch die italienischen
Behörden ab. ÖAV-Archiv, Protokoll der 22. Sitzung des HA des
D.u.Oe.A.V. vom 8. Sep. 1920 in Salzburg, Punkt 24, S. 14/15.
-
86ÖAV-Archiv,
Mappe unbeschriftet, Thematik: Südtirol, Protokoll der Sitzung der
Sektionsvertreter vom 30. Juni 1920 (vertreten waren die Sektionen Bozen,
Brixen, Bruneck, Meran, Hochpustertal, Klausen, Überetsch und Gröden);
Schreiben der Sektion Bozen (1. Vorstand Forcher-Mayr) an den HA, Bozen,
14. Juli 1920, darin findet sich auch eine kurze Zustandsbeschreibung verschiedener
Hütten.
-
87ÖAV-Archiv,
Mappe unbeschriftet, Thematik: Südtirol, Schreiben des Zivilkommissariates
für den politischen Bezirk Bozen Nr. 3271/10ris an die Fremdenverkehrskommission
Bozen vom 27. Sep. 1920; für folgende Hütten behielt sich das
italienische Militär vorläufig die ausschließliche Nutzung
vor: Essener, Zwickauer, Stettiner, Similaun, Schöne Aussicht, Höller,
Weiskugel, E.-H.-Karl-Franz-Josef-Haus, Kaiserin-Elisabeth-Haus, Teplitzer,
Magdeburger, Tribulaun, Landshuter, Pfitscher-Joch, Wiener und Hochfeiler,
Edelraut am Weißbruggjoch, Chemnitzer, Ochsen, Daimer, Rauchkofl,
Neugersdorfer, Lausitzer, Birnlücken, Lenkjöchl, Casseler, Brenner,
Alpenhotel am Unter-Antholzersee, Tascheler, Bonner am Pfannhorn, Helmhaus,
Pisciadusee, Bambergerhaus auf der Boè, Vallonhütte auf der
Boè, Überetscher Hütte am Monte Röen und Penegal
Hütte.
-
88ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol', Sekretär des Deutschen Verbandes, Sekretariat
der Abgeordneten Südtirols an den Alpenverein, Bozen, 1. Sep. 1921,
über eine Vorsprache des Sekretärs in Rom bezüglich Freigabe
der Alpenvereinshütten.
-
89ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol 1915-1916', Schreiben des HA - Grienberger - an das
Deutsch-österreichische Außenamt Wien, Wien, 13. Jän. 1919;
vgl. Mappe ,Rundschreiben und Aufrufe', Rundschreiben des VA an die in
Südtirol Hütten besitzenden Sektionen, Wien, 6. Aug. 1919: Um
direkt mit dem Deutsch-österreichischen Außenamt und der italienischen
Kommission in Kontakt treten zu können, forderte der D.u.Oe.A.V. detaillierte
Angaben der Sektionen über ihre Besitzverhältnisse.
-
90ÖAV-Archiv,
Mappe ,Rundschreiben und Aufrufe', Bericht des HA des D.u.Oe.A.V. v. Sydow
an den VA, Berlin, 5. März 1922; v. Sydow stellte in seinen Gesprächen
mit dem Außenamt enttäuschend fest",dass sie [die italienische
Regierung; Anmerkung des Verfassers] die Schutzhütten aus strategischen
und politischen Gründen jedenfalls nicht zurückzugeben beabsichtige.
Hiernach ist wenig Aussicht, dass der Alpenverein die reichsdeutschen Schutzhütten
wiedersieht."; Auswärtiges Amt des Deutschen Reiches Nr. II Alt.
685 Berlin, 6. März 1922, an den HA des D.u.Oe.A.V. Berlin, Bezug
auf ein Gespräch zwischen v. Sydow und den geheimen Legationsrat Breiter
über die Haltung der italienischen Regierung zu den reichsdeutschen
Hütten in den abgetretenen Gebieten. Das Argument, dass etwa die Sektion
Küstenland ein eigener, selbständiger Verein (wie alle Sektionen)
sei und somit kein ausländischer Verein, wurde von der italienischen
Regierung nicht zur Kenntnis genommen; Mappe ,Südtirol', Deutsches
Konsulat Triest Tab. Nr. 1210, Bericht A. A. Nr. 34, an das Auswärtige
Amt Berlin, Triest, 12. April 1922 in Abschrift vom 23. April 1922, an
den HA des D.u.Oe.A.V. Berlin. In der Entschädigungsfrage verweist
v. Sydow darauf, dass Kriegsschäden nach dem Kriegsschadensgesetz
des Deutschen Reiches vom 28. Juli 1921 abgedeckt würden. Liquidationsschäden
waren dadurch allerdings nicht betroffen; Mappe ,Rundschreiben und Aufrufe',
Ausschuß für die ,reichsdeutschen Hütten in den verlorenen
Gebieten', v. Sydow, Berlin, 19. Okt. 1923, an die Sektionen; Antrag und
Erklärung der Sektionen sind an den Verband der im Ausland geschädigten
Inlanddeutschen zu richten. Die Auszahlung der oftmals zu geringen Beträge
durch die Reichsregierung zog sich bis Mitte der 20er Jahre hin; Mappe
,Rundschreiben und Aufrufe', HA des D.u.Oe.A.V., Berlin, 2. Aug. 1925,
v. Sydow, Ausschuß für die ,reichsdeutschen Hütten' an
VA; die Entschädigung betrug zunächst ca. 28.000 RM, die Nachbesserung
ca. 132.000 RM. Diese Gelder verteilten sich auf nachstehende Sektionen:
Berlin, Bamberg, Cassel, Chemnitz, Dresden, Halle, Höchst, Düsseldorf,
Marburg, Magdeburg, Essen, Leipzig, Nürnberg, Mannheim, Regensburg,
Stettin, Rheinland, Landshut. Vgl. Mappe ,Südtirol'"Ausschuß
für die reichsdeutschen Hütten', v. Sydow, Berlin, 10. März
1922, an den HA des D.u.Oe.A.V., München, Informationen zur Entschädigungsfrage.
Ähnliche Zahlungen der österreichischen Regierung an die österreichischen
Sektionen konnten aus den Quellenbeständen des ÖAV-Archives nicht
nachgewiesen werden.
-
91ÖAV-Archiv,
Protokoll der 22. Sitzungen des HA des D.u.Oe.A.V. am 8. Sep. 1920 in Salzburg,
Punkt 24, S. 14/15.
-
92ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol', Rundschreiben des VA an die Sektionen; darin wird
den Sektionen der Bezug des in Innsbruck erscheinenden Blattes Südtirol
nahe gelegt.
-
93ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol', Rundschreiben des VA an die Sektionen; "Der Raub
Deutsch-Südtirols durch Italien stellt nicht nur eine schreiende Verletzung
des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen dar, er ist eine brutale Vergewaltigung
eines treudeutschen Volksstammes, der heut in einer aller Beschreibung
spottenden Weise von den ,Siegern', die nur durch Verrat und nicht mit
der Waffe das deutsche Sonnenland erobern konnten, drangsaliert wird.)";
Vorsitzender des VA R. Rehlen.
-
94Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 28. Februar 1919, Nr. 3/4, S. 1.
-
95ÖAV-Archiv,
Mappe ,Rundschreiben und Aufrufe', Antwort des HA, München, 27. Mai
1925, auf eine Anfrage der Deutschen Alpenzeitung (Rother Verlag
München).
-
96ÖAV-Archiv,
Mappe ,Rundschreiben und Aufrufe', HA, München, 13. Jän. 1926
an Herrn L. Pincussen, Berlin.
-
97ÖAV-Archiv,
Mappe ,Südtirol', HA, v. Sydow, an VA Berlin, 9. Dez. 1921, sowie
D.u.Oe.A.V. Sektion Essen an "Societá degli Alpinisti Tridentini
Sezione del Club Alpino Italiano", Trento, Essen, 12. Dez. 1921, Rundschreiben
des HA Berlin, 16. Dez. 1921.
-
98Vgl.
Amstädter (1996): S. 161ff.
-
99ÖAV-Archiv,
20. Sitzung des HA des D.u.Oe.A.V. am 8. und 10. Okt. 1919 in Nürnberg,
Punkt 8, S. 14.
-
100Der
III. Vorsitzende Dr. J. Donabaum wurde gezwungen, seine Funktionen zurückzulegen;
ÖAV-Archiv, Verhandlungsschriften der 47. Hauptversammlung des D.u.Oe.A.V.
Augsburg, 15. Aug. 1921, Wien 1921, S. 6-9.
-
101Regierungsrat
J. Jaschek (Sektion Austria) zeichnete in seiner Rede vor der 49. Hauptversammlung
ein unmissverständliches Bild der jüdischen Weltverschwörung,
die Anwesenden quittierten das mit ,lebhaftem Beifall'; ÖAV-Archiv,
Verhandlungsschriften der 49. Hauptversammlung des D.u.Oe.A.V. Bad Tölz,
9. Sept. 1923, S. 12-16 (Rede J. Jaschek); diese Thema dominierte generell
die Versammlung.
-
102Vgl.
Hartungen (1995).
Quellenverzeichnis
Die verwendeten
Quellen stammen großteils aus dem Archiv des ÖAV-Innsbruck und
betreffen ausschließlich die Ebene des Haupt- und Verwaltungsausschusses
mit den Aus- bzw. Eingängen zu den einzelnen Sektionen. Darüber
hinaus fanden noch die Akten von Südtiroler Sektionen, die im Archiv
des
S.A.V. (Südtiroler Alpenvereins) in Bozen liegen, z.T. Eingang. Quellenbestände
des Tiroler Landesarchivs Innsbruck wurden aus zeitlichen Gründen
nicht erhoben, ausgenommen das Vereinsregister der Statthalterei Innsbruck
(Südtirol betreffende Bestände sind nach Bozen abgegeben worden),
Repertorium 625a (Deutschtirol) und Repertorium Statthalterei I 1915. Das
Photoarchiv des ÖAV-Innsbruck - das ebenfalls Eingang in die Erstellung
der Arbeit gefunden hat - besitzt eine Reihe von Aufnahmen aus den Dolomiten
zum Thema des I. Weltkrieges.
Im ÖAV-Archiv
in Innsbruck wurden folgenden Mappen gesichtet. Für deren Benennung
verwendete der Autor jeweils die Mappenaufschrift, da das Archiv sonst
keine anderen Ordnungskriterien aufweist:
-
75 Jahre D.A.V. 1945
Statistisches/Geschichtliches
vom D.u.Oe.A.V.
Rundschreiben und Aufrufe
Südtirol
Südtirol 1915-1916
Alpines Museum 1912-1916
Alpines Museum München
1916-1930
Vertrag von St. Germain
Politik a) Konfessionelles
b) Nationales
Unbeschriftet (Denkschriften)
Hauptausschuß Wien
Rundschreiben 1912-1920
Sektion Innsbruck 2
Hauptausschuß Sitzungsprotokolle
1. 1909 - 50. 1933
Sektion Bozen 1913-
Societá degli Alpinisti
Tridentini 1872-1917
Bildarchiv des ÖAV
Archiv des Südtiroler Alpenvereins
Gedruckte Quellen und Publikationen
des D.u.Oe.A.V. während des Ersten Weltkrieges
Folgende Publikationen
des D.u.Oe.A.V. wurden vollständig (im Zeitraum 1914-1923, teilweise
darüber hinaus) gesichtet und für die Fragestellung ausgewertet
(ein geschlossener und vollständiger Bestand dieser findet sich im
ÖAV-Innsbruck; in den verschiedenen Bibliotheken sind diese leider
nicht immer vollzählig greifbar):
Verhandlungsschriften der
Hauptversammlungen des D.u.Oe.A.V., 1914-1923.
Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1914-1923.
Zeitschrift des D.u.Oe.A.V.,
1914-1923.
Literatur
Die angegebene
Literatur konzentriert sich in ihrer Vollständigkeit im Wesentlichen
auf die Veröffentlichungen in den verschiedenen Organen des D.u.Oe.A.V.
während des I. Weltkrieges, für die Jahre danach sind hier lediglich
einige wenige Arbeiten angeführt, die im vorliegenden Aufsatz Verwendung
gefunden haben.
Publikationen des D.u.Oe.A.V.
bis 1945
-
Aichinger, J. (1918):
Die julischen und karnischen Alpen im Kriege; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V.,
1918, Bd. 49, S. 178-204.
-
Arnold, K. (1916): Vorträge
über den österreichisch-italienischen Kriegsschauplatz; in: Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 1916, Nr. 13/14, S. 116-117.
-
Barth, H. (1917): Bergfahrten
und Wanderungen im Presanella-Bereich; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V.,
1917, Bd. 48, S. 125-148.
-
Barth, H.
(1919a): Die Bahn ins Grödental; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1919, Nr. 13/14, S. 81-84.
-
Deye, A. (1915): Der Alpenverein
im Dienste der Wehrkraft und Jugendpflege - Betrachtungen auf Grund der
Jugend-Kriegsschneeschuhkurse der Sektion Linz; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1915, Nr.21/22, S. 218-220.
-
Deye, A. (1917b): Kriegsbilder
aus den Hochalpen; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V., 1917, Bd. 48, S. 162-176.
-
Dreyer, A. (1916): Die
Ausstellung alpiner Kriegsliteratur in der Alpenvereinsbücherei zu
München; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1916, Nr. 5/6, S. 53-54.
-
Hakenholz, P. (1917):
Bergwanderungen in den österreichisch-italienischen Grenzgebieten;
in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917, Nr. 1/2, S. 4-7 und Nr. 3/4, S.
1-18.
-
Handl, L. (1916a): Von
der Marmolata-Front; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V., 1916, Bd. 47, S.
212-218.
-
Handl, L. (1916b): Aufgaben
und Aussichten des D.u.Oe.A.V. nach dem Kriege; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1916, Nr. 9/10, S. 73-74.
-
Handl, L. (1917): Von
der Marmolata-Front II; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V., 1917, Bd. 48,
S. 149-161.
-
Handl, L. (1918): Le montagne
sono libere! - Die Berge sind frei!; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1918, Nr. 11/12, S. 73-75.
-
Hanke, H. (1962?): 100
Jahre Österreichischer Alpenverein 1862-1962, [Wien?].
-
v. Hartungen, Ch. (1995):
Die Tiroler und Vorarlberger Standschützen - Mythos und Realität;
in: Tirol und der Erste Weltkrieg, hrsg. v. K. Eisterer und R. Steininger,
Innsbruck, S. 61-104.
-
Hauptausschuß des
D.u.Oe.A.V. (1914): An unsere Mitglieder!; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1914, Nr. 15, S. 202 (Titelblatt).
-
Hauptausschuß des
D.u.Oe.A.V. (1915a): Der neue Feind; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1915,
Nr. 11/12, S. 109 (Titelblatt).
-
Hauptausschuß des
D.u.Oe.A.V. (1915b): Aufruf an die Mitglieder des D.u.Oe.A.V. - gezeichnet
von A. Grienberger; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1915, Nr. 11/12,
S. 128.
-
Hauptausschuß des
D.u.Oe.A.V. (1917): Den siegreichen Helden der Alpenfront; in: Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 1917, Nr. 21/22, S. 139 (Titelblatt).
-
Hauptausschuß des
D.u.Oe.A.V. (1919): An die Freunde Tirols!; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1919, Nr. 3/4, S. 15 (Titelblatt).
-
Hauptausschuß des
D.u.Oe.A.V. (Hrsg.) (1932): Die Schützhütten des D.u.Oe.A.V.,
Innsbruck.
-
Kaser, K. (1918): Kriegsbilder
aus den Sieben Gemeinden; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1918, Nr. 19/20,
S.121-123.
-
Kellner, F. (1915): Stimmungsbilder
aus ernster Zeit; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1915, Nr. 11/12, S.
112-114.
-
Kernstock, O. (1915):
Den Helden des D.u.Oe.A.V.; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1915, Nr.
11/12, S. 110.
-
Kiene, H. (1932): Allerseelen
an der Dolomitenfront; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1932, Jg. 58,
S. 266-269.
-
Klebelsberg, R. v. (1936):
Der 13. Dezember 1916 an der Südtiroler Front; in: Mitteilungen des
D.u.Oe.A.V., 1936, Jg. 62, S. 308-311.
-
Lehner, W. (1915): Deutsche
und Engländer bei der Eroberung der Alpen; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1915, Nr. 7/8, S. 88-92.
-
Mayr, J. (1914): Dem Deutschen
und Österreichischem Alpenverein; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1914, Nr. 17/18, S. 231-232.
-
Mayr, J. (1915): Unserem
Verein und seinen Tapferen; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1915, Nr.
11/12, S. 111.
-
Mayr, M. (1916): Deutsche
Ortsnamen in Südtirol; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1916, Nr.
11/12, S. 94-99.
-
Mayr, M. (1917): Die Entwicklung
der nationalen Verhältnisse in Welschtirol; in: Jahrbuch des D.u.Oe.A.V.,
1917, S. 59-83.
-
Mayr, O. (1916): Neue
Reiseziele - Eine Zukunftsaufgabe des D.u.Oe.A.V.; in: Mitteilungen des
D.u.Oe.A.V., 1916, Nr. 1/2, S. 1-2 und 1917, Nr. 1/2, S. 2-4.
-
Menger, H. (1919): Alpenverein
und Weltkrieg; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V., 1919, Bd. 50, S. 168-194.
-
Nowak, E. (1918): Das
meteorologische Stationsnetz des k.u.k. Feldwetterdienstes im Hochgebirge
Westtirols; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V., 1918, Bd. 49, S. 80-87.
-
o. A. (1915): Zerstörung
der Mandron-Hütte; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1915, Nr. 21/22,
S. 225-226.
-
Oberwalder, L. (1987):
Alpinismus als Idee - Alpenverein als Träger - zur Struktur und Ideengeschichte
des OeAV; in: Mitteilungen des Ö.A.V. 3/87 (= 125 Jahre OeAV Geschichte
- Hauptversammlung Wien), S. 3-7.
-
Renker, G. (1916a): Der
Krieg in den Bergen; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V., 1916, Bd. 47, S.
219-236.
-
Renker, G. (1916b): Der
Berge Jugendarbeit im Kriege; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1916, Nr.
9/10, S. 74-77.
-
Renker, G. (1916c): Das
Dorf in den Bergen; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1916, Nr. 17/18,
S. 145-149.
-
Renker, G. (1917): Bergsteiger
im Kriege; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917, Nr. 9/10, S. 55-57 (Titelseite).
-
Renker, G. (1917): Bergtage
im Felde - Tagebuchblätter von Dr. Gustav Renker; Zeitschrift des
D.u.Oe.A.V., 1917, Bd. 48, S. 177-200.
-
Renker, G. (1920): Aus
verlorenen Bergen; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1920, Nr. 1/8, S.
1-6.
-
Rotter, R. (1915): Allerseelen
in den Bergen; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1915, Nr. 21/22, S. 226-227.
-
Schaukal, R. (1914): Bundesweihe;
in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1914, Nr. 17/18, S. 1.
-
Schmidkunz, W. (1917a):
Sommer an der Eisfront; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917, Nr. 17/18,
S. 118-119.
-
Schmidkunz, W. (1917b):
Vom Krieg im Eis; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917, Nr. 21/22, S.
145-150.
-
Schmidkunz, W. (1918a):
Nachtangriff in den Dolomiten; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1918,
Nr. 1/2, S. 7-17.
-
Schmidkunz, W. (1918b):
Feldwache über dem Gletscher; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1918,
Nr. 3/4, S. 17-19.
-
Schmidkunz, W. (1918c):
In der alpinen Rüstkammer der Armee; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1918, Nr. 5/6, S. 35-36.
-
Schmidkunz, W. (1918d):
Von den alpinen Schützhütten hinter der Alpenfront; in: Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 1918, Nr. 9/10, S. 62-65.
-
Schmidkunz, W. (1918e):
Col di Lana; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1918, Nr. 13/14, S. 88-90.
-
Seiffert, R. (1915): Eine
Neuschaffung des Krieges: die bayrischen Schneeschuhbataillone; in: Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 1915, Nr. 5/6, S. 49.
-
Sieger, R. (1914): Unseren
Kämpfern!; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1914, Nr. 17/18, S. 230.
-
Stadlmann, J. (1916):
Österreichs Süden - Ein Bericht über die von der Wiener
Universität veranstaltete Vortragsreihe "Unser Süden"; in: Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 1916, Nr. 7/8, S. 61-64.
-
Steinitzer, A. (1917):
Alpinismus, der Deutsche und Österreichische Alpenverein und der Krieg;
in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917, Nr. 15/16, S. 99-104.
-
Stigler, R. (1917): Eine
freihändig tragbare, schleifbare und abseilbare Gebirgsbahre; in:
Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917, Nr. 5/6, S. 34-37.
-
Wenger (1919): Alpenverein
und Weltkrieg; in: Zeitschrift des D.u.Oe.A.V., 1919, Bd. 50, S. 168-194.
-
Wolff, F. (1916): Die
Ladiner und die Ortsnamenfrage in Tirol; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V.,
1916, Nr. 19/20, S. 157-160.
-
Wopfner, H. (1915): Sonnenwende
1915 an der Grenze Südtirols; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1915,
Nr. 15/16, S. 149-151.
-
Zöhnle, A. (1916):
Unsere unerlösten Stammesbrüder an der Südgrenze; in: Mitteilungen
des D.u.Oe.A.V., 1916, Nr. 11/12, S. 98-99.
-
Zöhnle, A. (1917):
Der Krieg und der Alpinismus; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917, Nr.
1/2, S. 1-2.
Allgemeine Literatur (und Alpenvereinspublikationen
nach 1945)
-
Amstädter, R. (1996):
Der Alpinismus - Kultur - Organisation - Politik, Wien.
-
DAV/ÖAV und Südtiroler
Alpenverein (Hrsg.) (19885): Die Alpenvereinshütten, München.
-
Holzer, A. (1996): Die
Bewaffnung des Auges - Die Drei Zinnen oder eine kleine Geschichte vom
Blick auf das Gebirge, Wien (Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung
im Alpenvereinsmuseum in Innsbruck 1996).
-
Menara, H. und H. Hager
(1994): Berge und Bergsteiger - Alpengeschichte Südtirols, hrsg. von
der Sektion Bozen des Alpenvereins Südtirol anläßlich ihres
125jährigen Bestehens, Bozen.
-
Mokrejs, A. (1988): Im
Lauf der Zeit - Ein Versuch über Alpinismus, Alpenvereine und Zeitgeschehen;
in: Berg '88 (= Alpenvereinsjahrbuch 1988), München, S. 65-80.
-
Müller, D. C. (1915):
Der Krieg und das Alpine Museum; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1915,
Nr. 19/20, S. 195-196.
-
Müller, K. (1917):
Von den Wundern der Südfront; in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1917,
Nr. 21/22, S. 150-156.
-
Müller, K. (1934):
Ein neues Schaustück im Alpinen Museum. (Die Stellungen in den Gletschern
der Alpenfront); in: Mitteilungen des D.u.Oe.A.V., 1934, Jg. 60, N. F.
50, S. 166-168.
-
ÖAV (Hrsg.) (1997):
Nachrichten 3 - Sektion Klagenfurt, Jubiläumsausgabe 1872-1997 125
Jahre Österreichischer Alpenverein.
-
Quantmeyer, J. (1986):
Geschichte der Bremer Hütten - Bau einer Hütte an der Bocca di
Brenta; in: Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum der Sektion
Bremen, Bremen, S.17-21.
-
Panitz, H.-J. (1993):
Arnold Fanck - Luis Trenker - Leni Riefenstahl; in: Berg '93 (= Alpenvereinsjahrbuch
1993), München, S. 227-242.
-
Schemmann, Ch. (1983):
Wolkenhäuser - 48 AV-Hütten in alten Ansichten und ihre Geschichte.
Mit einem Vorwort von Fritz März, München.
-
Zebhauser, H. und M. Trentin-Mayer
(Hrsg.) (1996): Zwischen Idylle und Tummelplatz - Katalog für das
Alpine Museum des Deutschen Alpenvereins in München, München.
-
Zebhauser, H. (1998a):
Alpinismus im Hitlerstaat - Alpenvereine im Sog der Politik - Ein dunkles
Kapitel in der Geschichte des Bergsteigens; in: Berg '98 (= Alpenvereinsjahrbuch
1988), München, S. 177-201.
-
Zebhauser, H.
(1998b): Alpinismus im Hitlerstaat, München.
-